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Thema: Sind Fotodienste rechtlich unbedenklich?

  1. #1

    Standard Sind Fotodienste rechtlich unbedenklich?

    Hallo ,
    ich habe jetzt hier im Forum und auch sonst über die einschlägigen Seiten recherchiert, aber nichts weiter gefunden, deshalb stelle ich die Frage mal hier.
    Liege ich mit der Annahme richtig, dass man nicht so ohne weiteres Bilder von Personen zu einem Dienstleister hochladen darf, um sie auszudrucken zu lassen?
    Selbst wenn man die Erlaubnis zum Fotografieren hat, ist derjenige vielleicht nicht damit einverstanden, dass die Fotos weiterverarbeitet werden. Zudem weiß man ja nicht immer, in welchem Land sie gespeichert werden.
    Auch wenn es derzeit üblich ist, das digitale Fotos bei Aldi, Rossmann und Co. verarbeitet werden, ist dies doch eine weitere Verarbeitung.
    Oder unterliege ich einem Denkfehler. Quellen wären ganz nett.

    Gruß J. Hillebrand

  2. #2
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    Standard

    Hallo J. Hillebrand,

    was meinen Sie mit "Bilder von Personen zu einem Dienstleister hochladen"? Außerdem bringen Sie "Aldi, Rossmann und Co." ins Spiel. Ich weiss nicht, ob man auf deren Webseiten Fotos hochladen kann, wohl aber, dass bei einigen Drogeriemärkten etc. die Möglichkeit besteht, vor Ort Fotos entwickeln und ausdrucken zu lassen. Vor dem jeweiligen Auftrag muss der Kunde die Datenschutzhinweise bestätigen.

    Sie zäumen wahrscheilich das Pferd von hinten auf. Bevor Sie Fotos von anderen Personen erstellen, also fotografieren, müssen diese Personen damit einverstanden sein, um es verkürzt wiederzugeben. Besonderheiten oder Ausnahmen wie Panoramaaufnahmen oder Personen der Zeitgeschichte sind - wie dieser gesamte Themenkomplex - hier im Forum ausführlich behandelt worden.

    Wenn die fotografierten Personen mit der Bilderstellung einverstanden waren, liegt es in der Natur der Sache, dass diese Bildnisse irgendwann auch entwickelt werden. Ebenso, dass der Ersteller der Fotos, zumal im privaten Bereich, die Entwicklung meist nicht zu Hause in der Dunkelkammer durchführt, sondern zur Entwicklung gibt. Früher wurde damit ein Fotolabor beauftragt, heutzutage sind es zusätzlich die Automaten in den Drogerie- und Supermärkten.

    Anschließende Frage wäre, ob Sie die erstellen Fotos auch veröffentlichen dürfen. Dies ist hier im Forum aber ebenfalls umfänglich behandelt worden.

  3. #3
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    Standard

    Ich sehe das wie bdsb. Und:
    Wenn Sie sich beim Vorgang des Hochladens in eine Cloud unwohl fühlen, man kann nach wie vor solche Daten auch auf anderen Datenträgern übermitteln.
    Dauert länger und ist auch aufwendiger, aber niemand muss solch eine Cloudlösung nutzen.

    Wenn Sie die Fragestellung mal googlen, kommen hier interessante Zahlen und Angaben raus:
    http://www.fotobuchberater.de/fotobu...ine-daten.html

  4. #4

    Standard

    Hallo,
    das mit dem unwohl ist nicht der Grund, da bin ich relativ schmerzbefreit. Meine Überlegung war, ob eine vorhandene Einwilligung zum "fotografiert werden" auch auf die Übermittlung zum Fotodienst gilt, bzw. ob eine erlaubte Datenverarbeitung z.B. beim Fotografieren einer Menge von Personen auch das einschließt.
    Viele Fotodienste bieten ja Programme, die die Fotos aufbereiten und zum Dienstleister hochlädt, das fertige Produkt (Bilder, Fotobuch) kommt dann per Post oder kann abgeholt werden. Wo letztendlich die Daten liegen, kann man dann nicht sagen, auch wenn sie nach Abschluss wieder gelöscht werden, laut Aussage der Anbieter.
    In dem genannten Artikel ist ja auch die Rede davon dass unter Umständen Mitarbeiter des Dienstleisters Zugriff auf die Fotos haben.
    Gruß J. Hillebrand

  5. #5
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    Standard

    In den bisherigen Posts hier sind die Antworten auf Ihre Fragen bereits enthalten. Aber gern noch einmal in Kürze:

    - Vor dem Fotografieren die betreffenden Personen fragen, ob sie damit einverstanden sind. Ausnahmen: Panoramaaufnahmen, Personen der Zeitgeschichte, ... bei Bedarf hier im Forum danach suchen.
    - Wenn die betreffenden Personen in den letzten Jahren am alltäglichen Leben teilgenommen haben, werden sie wissen, dass der Fotografierende die Bilder nicht in seiner Küche entwickelt, sondern einem Fotolabor übergibt oder es an einem der Automaten im Drogeriemarkt etc. durchführt.
    - Als Auftraggebender müssen Sie die AGB und/oder die Datenschutzhinweise des Ausführenden akzeptieren. An dem besagten Automaten ist dies, soweit ich es gesehen habe, unabdingbar, dass Sie Ihr Häkchen setzen, sonst entsteht kein Auftrag.
    - Dass der Dienstleister, an den die Negative bzw. Dateien zwecks Auftragserfüllung übertragen werden (entweder an das Fotolabor oder in die Cloud), diese Daten einsehen kann und/oder speichert, ist wohl nicht zu vermeiden oder auszuschließen, da der Auftrag sonst nicht durchgeführt werden kann.
    - Noch einmal zu dem "Unwohl": In dem verlinkten Artikel heißt es: "Wer 100%ig sicher sein möchte, dass die eigenen Aufnahmen nicht von fremden Augen gesehen werden, muss sie auf dem eigenen Drucker ausgeben." Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Ein weiteres Thema ist die Veröffentlichung der Fotos (Internet, Aushang, ...). Hierzu ist die Einwilligung erforderlich. Auch alles hier im Forum nachzulesen.

    Ob Fotodienste "rechtlich unbedenklich" sind, lässt sich generell nicht beantworten; je nachdem, wie sie die datenschutzrechtlichen Vorgaben beachten. Sie sollten es aber sein, wenn sie sich gesetzes- und vertragsgetreu verhalten. So wie in jedem anderen Lebensbereich.

  6. #6

    Standard

    Hallo bdsb,
    vielen Dank noch mal für die Ausführungen. Also gehe ich mal davon aus, dass die Genehmigung zur Speicherung und und Verarbeitung sich aus der Notwendigkeit ergibt, dass Fotos nicht nur digital verwendet werden.
    Gruß J. Hillebrand

  7. #7
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    Standard

    Nein.
    Es bedarf für den geschilderten Fall keiner "Genehmigung".
    Der Dienstleister (Drogeriemarkt mit Fotoautomat) bietet eine Dienstleistung an, für die eine Verarbeitung pb Daten erforderlich ist, nämlich die Speicherung von Digitalfotos.
    Der Kunde willigt ein, indem er den AGB bzw Datenschutzrichtlinien vor Vertragsschluss zustimmt.
    Durch die beiden übereinstimmenden Willenserklärungen kommt der Vertrag zustande.
    Wem dieses Vorgehen nicht gefällt oder wer das "Risiko" der Datenverarbeitung nicht eingehen will, ist nicht gezwungen, einen derartigen Vertrag abzuschließen, muss also keinen Fotoautomat nutzen. Es gibt, wie CatKoll bereits ausführte, auch noch andere Wege der Fotoentwicklung.
    Wo ist jetzt das Problem?

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