Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 28 von 28

Thema: DS-Know How für Kunden - muss der DSB dies ggf. tun?

  1. #21
    Registriert seit
    04.12.2012
    Beiträge
    61

    Standard

    Ich sehe darüber hinaus nicht ein, meine Arbeit statt in meinem Büro plötzlich bei einem Kunden zu verrichten, wenn die Firma etliche Hundert Euro dafür bekommt.
    Ist wahrscheinlich wirklich eher ein arbeitsrechtliches Thema.

    Ansonsten hat deine Einschätzung natürlich auch etwas.

  2. #22
    Registriert seit
    23.02.2017
    Beiträge
    468

    Standard

    Hallo Midas

    ich sehe hier auch ein arbeitsrechtliches Thema. Mit der Bestellung zum internen DSB waren Sie einverstanden, diese Aufgaben nehmen Sie war. Hierbei sind Sie weisungsfrei.

    Bedeutet, eine Dozententätigkeit oder was auch immer beim Kunden oder im Hause für den Kunden ist nicht Gegenstand der Tätigkeit als interner DSB.

    Ihr erlangtes Fachwissen, wie auch immer geartet zu vermarkten bedeutet, das Sie von ihrer GF angewiesen werden im Rahmen ihrer Haupttätigkeit zusätzliche bzw. nunmehr andere Tätigkeiten auszuüben. Diese Tätigkeiten sind aber doch nicht Bestandteil ihres Arbeitsvertrages, da neu.

    Demnach handelt es sich um einen, sagen wir Änderungswunsch ihrer GF bezüglich ihres bestehenden Vertrages zur Haupttätigkeit, der nicht in das gesetzlich geregelte Verhältnis eines DSB eingreift. Sprich "frei verhandelbar", bzw. wenn Sie an einer solchen neugearteten Tätigkeit nicht interessiert sind, können Sie diese ablehnen. Wenn Sie interessiert sind, verhandeln Sie ihr Salär neu.

    Eine einseitige "Änderungskündigung" mit neuen Aufgaben zur Haupttätigkeit im Unternehmen seitens ihrer GF, sehe ich als nicht zulässig, da Sie als DSB entsprechenden Kündigungsschutz hätten.

    Dies ist meine Analyse der Thematik.

    Gruß

    Dataparanoia

  3. #23
    Registriert seit
    22.02.2011
    Ort
    München
    Beiträge
    3.117

    Standard

    Mit dieser Art von Interpretation zum Arbeitsrecht sollte man sehr vorsichtig sein.

  4. #24
    Registriert seit
    23.02.2017
    Beiträge
    468

    Standard

    Ist klar, da es aus der Tätigkeitsbeschreibung in diesem Fall nicht klar hervorgeht.

    Aber jetzt mal den Metzgergesellen, der zum Datenschutzbeauftragten wurde, gedacht. Der hat also die Ausbildung DSB und ist zuständig für 5 Filialen, da mehr als 10 MA personenbezogene Daten verarbeiten.
    Dies erledigt er mit 30% der täglichen Arbeitszeit gemäß Bestellung zum DSB vom xyz.

    Jetzt kommt der Chef auf die Idee, der DSB könne doch noch beim befreundeten Bäcker mit seinen 10 Filialen Beratungen durchführen, da die Vermarktung des "Know How" Datenschutz, als zweites Standbein denkbar ist.

    Ist meine Interpretation jetzt nachvollziehbar. Die Erfolgsaussichten der Vermarktungsstrategie lassen wir dahin gestellt. Das wurde ja in 20# beschrieben.

    Mir geht es um die Schnittstelle Haupttätigkeit und DSB Tätigkeit. Wärend beim Metzger jeden einleuchtet, dass hier eine klare Trennlinie vorhanden ist, scheinen die Linien bei Itlern oder administrativ tätigen wohl zu verwischen.
    Also ich für meinen Teil bleibe halt hauptberufsbedingt QMler und lasse die Trennlinien da, wo diese verortet sind. Entweder ich metzger oder ich bin interner berufener DSB. Jegliche neue Anforderung an mein Berufsbild gilt es zu verhandeln. Wenn mein Chef morgen sagt, als Auditor sehen Sie immer wenn es unordentlich ist, da könnten Sie doch auch zwei Stunden am Tag putzen, dann würde ich dies zwar können, aber nicht tun.

    Gerade die Schnittstellen, wer ist für was zuständig beackere ich seit 20 Jahren, da je nach Erfolg oder Mißerfolg des Tuns, immer andere zuständig waren oder sind. Da ist meist wenig Raum für Interpretation.

    Warum sollte also unser Petent beim Kunden über Datenschutz referieren.

    Das ist doch eine durchweg vorsichtige Einschätzung.

    Selbstverständlich ist der Rat von Fachjuristen vor Entscheidungsfindung immer zu empfehlen.

    Gruß

    Dataparanoia

  5. #25
    Registriert seit
    07.06.2018
    Beiträge
    407

    Standard

    Guten Morgen,
    ich stimme haderner zu.
    Was steht denn im Arbeitsvertag? Darf der AG eine gleichrangige adäquate Tätigkeiten zu weìsen? Wieso sollte das einer Änderungskündigung bedürfen?
    Der gedankliche Schritt einen Projektmitarbeiter - der intern DSB ist - seitens des Arbeitgebers - der ja anscheinend als beratender Dienstleister für andere Unternehmen tätig ist - als DS-Referent einzuplanen, ist jetzt nicht der größte Bruch im Aufgabenfeld.
    Mein Argument wäre ein anderes: Es lässt sich als Beauftragung eines externen DSB/Rechtsberatung interpretieren. Und damit wäre bei Haftungsfragen auch der AG dran als Diensteerbringer.
    Dieser Argumentation konnte hier im Haus noch jeder GF folgen, der ein ähnliches Ansinnen an mich hatte.
    Viele Grüße
    CK

  6. #26
    Registriert seit
    23.02.2017
    Beiträge
    468

    Standard

    Moin zusammen

    lest nochmal unter #1, Hervorhebung von mir.

    "Muss ich mich arbeitsrechtlich auf so etwas einlassen falls es kommen sollte? Ich bin zwar der DSB der Firma, aber mein Arbeitsvertrag gibt einen Einsatz bei Kunden meines Erachtens nicht automatisch her,- mit unserer Firma hat das darüber hinaus nichts (im DSB-Kontext) zu tun."

    Naheliegend ist es selbstverständlich, dass man sich Gedanken drüber macht die Skills der MA bestmöglich anzubringen. Aber

    "Darf der AG eine gleichrangige adäquate Tätigkeiten zu weìsen?"

    Wer entscheidet ob eine Tätigkeit gleichrangig ist? Nur der Chef?

    Daher mein Beispiel mit dem Metzger. Würdet ihr vom Metzger erwarten, dass er außerhalb der Umgebung seiner Kolleginnen und Kollegen beim Kunden referiert? Wohl eher nicht. Bei unserem Petenten ist es eben nicht
    automatisch gegeben. Und nur da unsereins, möglicherweise ohne "Hemmungen", auch beim Kunden unproblematisch mit 20 - 50 Leuten Vorträge hält und Witze reißt, muss dieser Skill nicht bei anderen vorhanden sein.

    Sollte unser Petent dies also vorher nicht gemacht haben und jetzt ist es gefordert, so stellt dies eine nicht unerhebliche Änderung der Vertragsbeziehung dar, welche meiner Ansicht nicht mehr von Direktionsrecht nach §106 GewO gedeckt ist.

    Diese Änderungen des Arbeitsvertrages sind im Einvernehmen natürlich möglich. Bei unserem vorliegenden Fall, hatte ich aber keine Begeisterung von Midas für die tolle Idee herauslesen können. Daher bleibe ich bei der These, es handelt sich um eine einseitige Änderung des Arbeitsvertrages durch die GF. Dieser muss Midas aber nicht zustimmen. Man sollte sich nach Möglichkeit immer in die Position der Betroffenen denken. Ich kann den Chef voll verstehen.
    Aber ich muss auch dem MA zugestehen, dass er dies einfach nicht möchte und da scheiterts am Umgang mit den Mitarbeitern und der Fürsorgepflicht. Einfach sagen "Du machst das", ohne vorher zu Fragen und zu besprechen wäre zumindest nicht mein Stil.

    Also unabhängig davon, wer hier wem zustimmt, wenn der Chef das mit "Gewalt" durchsetzen will hat Midas nur die Möglichkeit nachzugeben und sich überraschen zu lassen wie es wird, oder eben zum Anwalt zu gehen.

    Seine Chancen sind aber meiner Ansicht nach nicht schlecht.

    BAG 19.01.2011 10 AZR 738/09


    Gruß

    Dataparanoia

  7. #27
    Registriert seit
    22.02.2011
    Ort
    München
    Beiträge
    3.117

    Standard

    Das Urteil paßt nicht (es geht um einen örtlichen Versetzungsvorbehalt im unklar formulierten Arbeitsvertrag, der Arbeitsort war folglich nicht festgelegt und ob das resultierende Weisungsrecht zum Arbeitsort "korrekt" angewendet wurde, hat das BAG nicht entschieden, erst danach wäre über die [hilfsweise] Änderungskündigung zu entscheiden). Und wer will sich das antun ... gerade, wenn es es nicht der Hauptjob ist.

    Wie gesagt: mit solchem (vermutlich gut gemeintem) Rat sollte man vorsichtig sein. Midas wird selbst wissen, wie er damit umgeht.

  8. #28
    Registriert seit
    23.02.2017
    Beiträge
    468

    Standard

    Zitat Zitat von haderner Beitrag anzeigen
    Wie gesagt: mit solchem (vermutlich gut gemeintem) Rat sollte man vorsichtig sein. Midas wird selbst wissen, wie er damit umgeht.
    Na klar wird Midas das Wissen und ich möchte hier auch ausdrücklich darauf verweisen, dasss es sich hier nicht um einen Rat handelt, sondern um eine Einschätzung.

    Das Urteil bitte ich als Beispiel zu sehen, ich hätte auch gut 20 weitere davon verlinken können. Im Grundsatz sind sich diese alle ähnlich. Es geht darum was vertraglich vereinbart ist und wie weit man davon, ich betone einseitig abweichen darf. Und ich kenne keinen Fall bei dem der Arbeitgeber sofort zum Mittel der Änderungskündigung greift, denn diese unterfällt nun mal dem Kündigungsschutz mit sozialer Auswahl und all dem Pipapo.

    Mir sind nur Fälle bekannt, wo der Chef sagt "mach das".

    Die Frage von Midas: "Muss ich... " hatte ich aus meiner Sicht beantwortet. Nein, man muss nicht.

    Das ist keine Handlungsempfehlung.

    Gruß

    Dataparanoia

Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Ähnliche Themen

  1. Wenn kein DSB benannt werden muss, was muss in die DS Info?
    Von vocaris im Forum Datenschutz im Verein
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 06.06.2018, 15:13
  2. Kann Australien dies tun Online
    Von micama im Forum Europa, Internationales
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 02.10.2016, 19:09
  3. Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 10.09.2015, 00:44
  4. Akkreditiertes Unternehmen - Was muss ich noch tun?
    Von Jacyrio im Forum Einzelne Arbeitsfelder, Praxisprobleme
    Antworten: 3
    Letzter Beitrag: 24.03.2015, 13:48
  5. DSB für Fremdunternehmen - Kunden
    Von tcsc im Forum FORUM DER DATENSCHUTZBEAUFTRAGTEN
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 17.11.2009, 16:57

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •