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Thema: Mitarbeiterschulung: wie ausführlich / tiefgehend in die Materie eingehen?

  1. #1
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    Frage Mitarbeiterschulung: wie ausführlich / tiefgehend in die Materie eingehen?

    Hallo liebe Forenteilnehmer!

    Ich muss demnächst meine erste Mitarbeiterschulung als bDSB abhalten. Ich habe bereits einiges vorbereitet, bin mir aber nicht so sicher wie ausführlich / tiefgehend ich die Materie nun am besten angehen soll. Besonders geht es mir um das Kapitel "Betroffenenrechte", hier tauchen ja die allgemeinen Bedingungen (Art. 12 DSGVO), dann die Informationspflichten (Artt. 13/14) und dann die Betroffenenrechte (Artt. 15-22) an sich als Einzelpunkte auf.

    Nun stellt sich mir die Frage: Was ist so der goldene Mittelweg für die Mitarbeiterschulung? Was ist konkret an Informationsdichte für Mitarbeiter relevant: z.B. Art. 13/14 sollte hier erwähnt werden, welche Punkte die Informationspflicht umfasst und welche Ausnahmen es gibt?
    Genauso analog verhält sich die Frage meinerseits zu den weiteren Betroffenenrechten aus 15-22: Auch in z.B. Art. 15 tauchen wieder zu beauskunftende Informationen, aber auch wieder Ausnahmeregelungen (sowohl DSGVO als auch BDSG-neu) auf.

    Vielleicht kann mir jemand Tipps geben und mir helfen die Blockade in meinem Hirn loszuwerden

    Viele Grüße!

  2. #2
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    Standard

    Hallo JesseJames,

    Art und Umfang der Mitarbeiterschulung hängen von mehreren Kriterien ab:

    - Wie groß ist der Kreis der Mitarbeiter: Eine Abteilung von 5 Personen, oder die gesamte Belegschaft mit über 100 Kolleginnen und Kollegen?
    - Daraus abgeleitet: Im kleineren Kreis, in einem Büro, eher zwangloses Gespräch, oder im großen Vortragssaal mit Powerpoint-Präsentation ö. A.
    - Ebenfalls daraus abgeleitet: Eine Fachabteilung wie die IT oder das Personalbüro benötigt individuellere, fachbezogenere Informationen als die komplette Belegschaft.
    - Weiterer Aspekt: Wie groß ist das vorhandene Wissen beim Zuhörerkreis: Fängt man bei Null an, oder ist das Personal bereits geschult, und sei es durch Informationsblätter, Broschüren etc.?
    - Daraus ergibt sich, die Kolleginnen und Kollegen zeitlich nicht zu überfordern. Als Vortragender möchte man noch dieses oder jenes mit einbeziehen, aber die Aufnahmekapazität der Empfänger ist oftmals eher ausgeschöpft, als man denkt.

    Ich gehe bei Unterweisungen eher nach dem Motto "So viel wie nötig, nicht so wiel wie möglich". Dafür anschließend lieber Infoblätter mitgeben und Schulungen regelmäßig durchführen, wobei dann Fachthemen angesprochen werden können.

    Als Grundlage bieten sich Broschüren und Materialien der Fachverbände an.

  3. #3
    Registriert seit
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    Standard

    Guten Morgen,
    ich stimme komplett bdsb zu.

    Für Grundsatzschulungen gehe ich immer ähnlich vor. Unabhängig von den Vorbedingungen und Vorwissen versuche ich immer die Gespräche oder Workshops zweizuteilen:

    Im ersten Teil verschaffe ich allen einen Überblick, aber nicht in Juristendeutsch.
    Als Einstieg: Was ist Datenschutz? Was soll das? Wo betrifft Sie das (als Betroffener, Kollege Kunde, Mitarbeiter, Verantwortlicher)? Das finde ich elementar - damit die Kollegen verstehen, was das mit Ihnen zu tun hat (jede Menge )
    Dann meistens die Begrifflichkeiten, Agierende usw. Warum es das BDSG gibt, warum eine DSGVO.
    Dann die Pflichten, die sich aus der DSGVO ergeben: Rechenschaftspflicht, Meldepflicht, Wahrung der Betroffenenrechte usw. (aber auch hier ohne das Vortragen von Gesetzestexten oder Paragrafen).
    Meistens sage ich auch noch was zum Thema Haftung und Bußgeld, weil das alle interessiert. Ich mache das aber nie drohend, sondern ganz nüchtern.
    Wenn ich die GF oder Führungsverantwortliche vor mir habe, weite ich dieses Thema meistens aus, auch in Puncto Meldepflicht und Accountability - das betrifft schließlich in der Haftung vorallem diesen Kreis.

    Und im zweiten Teil lasse ich die Kollegen Ihre konkreten Anliegen vortragen. Anhand dieser Beispiele erkläre ich dann, was die DSGVO von uns will und warum. Mir ist bisher noch nie ein Exotenthema vorgetragen worden, das ich überhaupt nicht beantworten konnte - aber selbst wenn es so wäre, würde ich das offen zugeben. Keiner ist allwissend.

    Alle Unterlagen zum Datenschutz gibt es dann bei uns in einem Onlineforum, das baue ich als Querverweis immer schon mit ein ("wenn Sie sich hier genauer einlesen wollen, dann bitte unter folgendem Link..."). Da finden sich dann auch Grafiken, Kurzpapiere, Verweis auf den Gesetzestext, Vorlagen usw.

    In einem früheren Leben war ich mal Didaktikerin und ich weiß, dass Elementarisieren von Inhalten und die Verknüpfung zur eigenen Lebenswelt der Kollegen der beste Weg sind, um Inhalte rüberzubringen, das verankert sich viel besser. Dieser Weg ist aber natürlich auch anstrengender als Frontalunterricht - aber mir soll das ja auch Spaß machen

    Sie können in dieser Schulung sowieso nicht alles erklären, für mich ist das Ziel eher, dass die Kollegen aufmerksam werden und sich nicht scheuen bei mir anzurufen, um Ihre Anliegen zu klären.
    Ich betrachte es als Erfolg, wenn sich ein Kollege bei mir meldet, der Fragen stellt, bei denen ich merke, er ist über was gestolpert, das macht ihm zu schaffen, er hinterfragt sein Handeln.
    Die Sicherheit im Umgang mit den Themen im eigenen Arbeitsumfeld stellt sich dann mit der Zeit und der Übung ein.

    Viele Grüße
    CK

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