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Thema: Verwaltung von Abwesenheiten / Attesten durch Schüler auf Gymnasium

  1. #11
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    Hallo,

    ich äußere mich mal als erster DSB für die Schulen. Meine Ausführungen beziehen sich nur auf NRW.

    Die Verwaltung von Fehlzeiten von Schülerinnen und Schülern halte ich für eine originäre Aufgabe des Klassenlehrers/des Kurslehrers und ich kenne keine Rechtsvorschrift, die es erlaubt, diese Tätigkeit durch Schüler/innen erledigen zu lassen.

    WhatsApp in Schulen sehe ich sehr kritisch und für eine dienstliche Kommunikation sowohl zwischen Lehrkräften als auch besonders zwischen Lehrkräften und Schüler/innen als völlig ungeeignet. (kein Vertrag zur Datenverarbeitung im Auftrag zwischen WhatsApp und Schule, Mindestalter der Nutzer ist 16, Daten werden in der USA gehostet, etc.). Ich empfehle den Schulleitern, die in NRW alle Entscheidungen über technische und organisatorische Maßnahmen treffen, um den Datenschutz sicher zu stellen, die Nutzung von WhatssApp für dienstliche Kommunikation zu untersagen.

    Wenn der zuständige DSB es anders sieht, gibt es ja noch die Landesbeauftragten und die zuständige Schulaufsicht, denen Eltern den Fall vorlegen können. Für die LDI NRW gilt auch die Schweigepflicht über die Person des Beschwerdeführers. Wie es in Ihrem Bundesland ist, müssten Sie ja slbst besser wissen, unimatrix 27.

    Viele Grüße aus dem Sauerland

  2. #12
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    Besten Dank. Das sieht doch sehr klar aus.

    Vielleicht kann uns unimatrix27 berichten, wie er damit weiterkommt.
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  3. #13
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    Hallo,
    ich kann mich meinem Kollegen aus dem Sauerland nur anschließen: Die Verarbeitung personenbezogener Daten der SS durch SS ist (in NRW, aber sicher auch in anderen Bundesländern) in keiner Rechtsvorschrift erlaubt, und damit also verboten. Ich würde die Schulleitung und den entsprechenden DSB schriftlich um Stellungnahme bitten, nach welchen Rechtsvorschriften die Verarbeitung durch die Schüler erfolgt. Nötigenfalls kann auch die Schulaufsicht und die LDI einbezogen werden.
    WhatsApp als Kommunikationsmittel zwischen Lehrpersonen untereinander oder zwischen Lehrpersonen und SS geht aus den vom Kollegen genannten Gründen nicht und muss von Schulleitungen untersagt werden - klar gibt es Kollegen, die WhatsApp trotzdem zur dienstlichen Kommunikation nutzen, aber ein Workshop für Fünftklässler hat schon eine andere Qualität. Da die Schulleiterin/der Schulleiter für den Datenschutz an der Schule verantwortlich (und u. U. haftbar) ist, sollte sie/er schon aus Eigeninteresse die Regelungen zum Datenschutz beachten.
    Erik Lindener-Schmitz
    Datenschutzbeauftragter der staatl. Bonner Schulen

  4. #14
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    Hallo, ich habe letzten Donnerstag die DSB um Stellungnahme gebeten und warte jetzt nochmal ein paar Tage. Da die auf der Internetseite der Schule angegebene Emailadresse der DSB (datenschutzbeauftragter@...) mit der Fehlermeldung "kein solches Postfach" nicht zugestellt wurde (.....) - habe ich das ganze ans Sekretariat mit der Bitte um Weiterleitung geschickt. Melde mich wieder.

  5. #15
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    Die angegebene Kontaktadresse der DSB ist nicht zutreffend - schon wieder eine Unzulänglichkeit, das wird ja immer besser. Das Ganze müsste doch ein Fundus für die Aufsichtsbehörde sein.

  6. #16
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    jedenfalls keine Reaktion nach einer Woche, allerdings habe ich gestern eine korrekte Adresse gefunden auf der Homepage und nochmal direkt dort hingeschrieben. Die zuerst verwendete befand sich in einem kürzlich verschickten Rundschreiben, und nur da war sie offenbar falsch. Ich werde nochmal ein wenig warten.

  7. #17
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    habe heute einen Rückruf der DSB erhalten mit folgenden Angaben zum tatsächlichen Verfahren. Dieses Verfahren wird nach Ihren Angaben an 95% aller Schulen in Bayern so durchgeführt und sei vom Kultusministerium auch so gewönscht

    - Zu Schuljahresbeginn wird ein Schüler benannt, der sich um das Thema kümmert. Er wird dazu "geschult"
    - Er stellt an jedem Tag fest, ob Schüler abwesend sind, und notiert das in einem Abwesenheitsheft
    - Abwesende Schüler geben ihm wenn sie zurück sind eine Entschuldigung. Auf der muss aber kein genauerer Grund angegeben werden (z.B. einfach nur "Krankheit")
    - Regelmäßig werden diese Entschuldigungszettel von ebenfalls benannten Schülern der Mittelstufe eingesammelt und dem Sekretariat übergeben
    - Entschuldigungen über nicht gemachte Hausaufgaben, z.B. aufgrund von Krankheiten am Nachmittag oder tagesfüllenden Arztbesuchen werden ebenfalls dort gesammelt.

    Es steht jedem Schüler frei, diese Entschuldigungen direkt dem Sekretariat zu geben, z.B. wenn man ein Attest mit angeben muss, was Daten enthält, die man mit den anderen Schülern nicht teilen möchte. Dieses entspricht laut der DSB dem Prinzip der Selbstbestimmung über die eigenen Daten. (In der Praxis macht das aus meiner Sicht aber fast niemand, wir leben in einer Welt, in denen man mit eigenen Daten nicht sorgsam umgeht, und die Schüler denken sich nichts dabei)

    Ich habe auch die Frage gestellt, warum nicht einfach alles im Sekretariat abgegeben wird, dies liegt laut der DSB daran, dass dazu nicht genug Personal zur Verfügung steht.

    Nach Einschätzung der DSB ist das gesamte Verfahren "unschön", aber akzeptabel, zumal die Schule es anders nicht stemmen könne.

    Ich würde mich über eure Einschätzung führen. Ich persönlich bin damit immer noch nicht glücklich, zumal hier offenbar Arbeit auf Schüler abgegeben wird, um Kosten zu sparen.

  8. #18
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    Tatsächlich gibt es dazu ein Statement vom zuständigen bayerische Landesbeauftragte für den Datenschutz (BayLfD)
    https://www.datenschutz-bayern.de/5/...rkrankung.html

    Da lese ich jetzt nur, dass "die Schule" informiert werden muss - aber ich würde zur Praxis an ihrer Schule einfach mal nachfragen.
    Die Herrschaften gehen auch ans Telefon Habe selbst schon mit denen telefoniert.

    Viele Grüße
    CK

  9. #19
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    da geht es soweit ich das sehen kann nur um die Frage, was als Grund angegeben werden muss (eben nur "Krankheit")

    Der Grund dass ich mich überhaupt mit dem Thema beschäftige, ist ja, dass es bei meinen Kindern schon mehrfach dazu kam, dass Abwesenheiten länger dauerten und ein Attest erforderlich war. Und auch wenn auf diesem Attest keine Diagnose drauf steht, so verrät doch schon die Fachrichtung des Arztes so einiges und führt zu komischen Fragen bei den Mitschülern.

    Ich kann die Argumentation der DSB "Im Einzelfall kann ein Kind ja entscheiden, die Unterlagen direkt an das Sekretariat zu geben" insofern nicht nachvollziehen, dass dies ja dann dazu führt bzw. führen kann, dass es schon auffällig ist, wenn in einem speziellen Fall die Daten eben nicht mit dem dafür eigentlich verantwortlichen Schüler geteilt werden ("Du hast wohl etwas zu verbergen").

  10. #20
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    Es ist nicht die Frage, ob das an vielen Schulen so gemacht und vom Kultusministerium so gewünscht ist, sondern ob es eine Rechtsvorschrift gibt, die diese Praxis erlaubt. Ich würde daher die DSB darum bitten, die entsprechende Rechtsvorschrift zu nennen (da eine solche bisher nicht genannt wurde, liegt die Vermutung nah, dass es keine entsprechende Rechtsvorschrift gibt).
    Die Aussage, dass man ja das Attest im Sekretariat abgeben könne, würde mir nicht genügen. Die Schule muss sich an die Gesetze halten, und das nicht erst dann, wenn ich mich durch den Verstoß gestört fühle.

    Viele Grüße aus Bonn

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