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Thema: Gesamtanlageneffektivität und pb Daten

  1. #1
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    Beitrag Gesamtanlageneffektivität und pb Daten

    Hallo zusammen,

    hat jemand Erfahrung mit dem Umgang Gesamtanlageneffektivität und Mitarbeiterdaten?

    Bei uns soll jede Anlage mit einem Display versehen werden, wo man einen Überblick der Effektivität der Anlage sehen kann.
    Aber auch der Mitarbeiter soll sehen können ob er im grünen/gelben oder roten Bereich seiner Tagesleistung ist.
    Auf dem Display soll auch der Name des Mitarbeiters zu sehen sein.

    Die Forderung kommt von unserem Automobil-Kunden. Ich wurde nun gefragt ob dieses möglich ist.

    Sicherlich könnte man das über eine Einwilligung machen, aber was ist wenn der MA dem nicht zustimmt, dann dürfte er nicht an dieser Anlage arbeiten.
    Andererseits könnte man diesbezüglich die Freiwilligkeit in Frage stellen.
    Was auch für mich noch relevant ist, darüber könnte auch noch das Leistungsverhalten der Mitarbeiter bewertet werden.

    ich würde mich freuen, wenn ich ein paar Anregungen von euch Spezialisten bekommen könnte.

    Gruß

    sente

  2. #2
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    Zitat Zitat von sentebale12 Beitrag anzeigen
    ...
    Was auch für mich noch relevant ist, darüber könnte auch noch das Leistungsverhalten der Mitarbeiter bewertet werden.
    ...
    So ist es. Daher: Erstmal den Betriebsrat involvieren (sofern vorhanden).

  3. #3
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    Hallo sentebale12,
    meiner Meinung nach ist das mitbestimmungspflichtig.
    Bei uns wird so etwas über eine BV abgedeckt. Aktuell erarbeitet der Betriebsrat (um die Einzel-BVs abzulösen) eine Rahmen-BV zum Thema "Beschäftigtendatenschutz" und dann werden die jeweiligen technischen Tools, die ja alle potentiell zu Mitarbeiterüberwachung dienen können, als Anlage näher beschrieben.
    Vielleicht ist in dem Zusammenhang auch das DSK Kurzpapier interessant https://www.lda.bayern.de/media/dsk_...atenschutz.pdf

    Musste sich das Unternehmen zu der Frage vielleicht schon bei zwei anderen Prozessen Gedanken machen? -> BDE und Schichtbuch
    Eventuell kann man die datenschutzrechtliche Lösung dort für das jetzige Problem adaptieren.
    Viele Grüße
    CK
    Geändert von CatKoll (09.07.2018 um 13:27 Uhr)

  4. #4
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    Hallo guten Morgen

    @bdsb
    Zitat Zitat von bdsb Beitrag anzeigen
    So ist es. Daher: Erstmal den Betriebsrat involvieren (sofern vorhanden).
    Obwohl wir mittlerweile über 300 feste Mitarbeiter + ca. 100 Leiharbeiter sind, gibt es bei uns keinen Betriebsrat. Letztes Jahr wurde einmal ein Versuch gestartet, hat sich aber nicht durchgesetzt.

    @CatKoll

    Zur Zeit gibt es eine Arbeitsordnung in der verschiedene Themen geregelt sind (Arbeitszeiten; Überstunden; PC Nutzung etc.).
    Ich finde ohnehin das unsere Produktion sehr stiefmütterlich behandelt wird, z.B. schlechte Aufklärung über Firmenbelange.
    Nachdem nun die DSGVO in Kraft getreten ist, ist es besser geworden, zu groß ist die Angst vor Bußgelder . Meine Arbeit ist zwar umfangreicher geworden, aber nun kommen alle Abteilungsleiter und fragen was in einem bestimmten Fall gemacht werden kann, was vorher nicht passiert ist.
    Ich werde mich mit der Personalabteilung und den zuständigen Abteilungsleiter zusammensetzen und die Möglichkeiten besprechen.

    Vielen Dank für die Anregungen
    Manchmal ist es schwer, wenn man niemanden hat mit dem man sich austauschen kann.

    Ich wünsche euch einen schönen Tag!

    Gruß

    Sente

  5. #5
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    Hallo Sente,
    man kann ja statt Betriebsrat mit alternativen Interessensvertretungen arbeiten - aber das wird Ihr Problem nicht lösen.
    Da wird keine BV, sondern "nur" eine Selbstverpflichtung oder ähnliches rauskommen.

    Vielleicht kann man mal kritisch hinterfragen, weshalb der Kunden denn die Leistung der Maschine bis auf den einzelnen Arbeiter runterbrechen möchte - das ist doch sicher nicht seine Zuständigkeit und eigentlich auch uninteressant.
    Und macht es wirklich Sinn, dass der Kollege seine Tagesleistung im Ampelsystem vorgehalten bekommt. Soll ihn das motivieren?
    Ich versuche immer die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen - öfters kommt man dann zum Ergebnis, dass man gar nichts regeln muss, weil die Maßnahme an sich unsinnig oder nicht zielführend ist
    Gerade bei diesen Datenanhäufungen frage ich ganz oft "warum", "was bringt Ihnen das denn?", "ist es so zielführend, dass Sie folgenden Maßnahmen ... ergreifen werden?".
    Ihr Fall erinnert mich an die permanenten Diskussionen, die ich mit unserem QM habe...

    Alle horten gerne Daten und bei der Frage nach dem Warum und Wozu schauen die Kollegen dann oft fragend.
    Und die Zweckbindung müssen Sie als DSB ja abklären

    Viele Grüße!

  6. #6
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    Hallo Sentebale12

    Leider kein Betriebsrat. Da gilt nur zu hoffen, dass es allen, die es versucht haben noch gut geht.
    Ich selbst kenne konstruierte, unwahre Entlassungsgründe von Betriebsratskandidaten trotz 20 Jähriger Zugehörigkeit im Betrieb.
    Nicht wenige GF greifen zur Keule, wenn jemand nur den Begriff Betriebsrat nennt.

    Hoffe Ihre GF fällt nicht in diese Kategorie, denn die haben es mit dem Datenschutz meist auch nicht so genau.

    Der böse Automobilzulieferkunde möchte das also haben? Steht das in seiner Qualitätssicherungsvereinbarung, die der Chef unterschrieben hat? Ich behaupte nein. Und ferner behaupte ich das selbst wenn, dies keine gültige Rechtsnorm im Sinne der DSGVO darstellt.

    De facto gilt auch hier wieder der Art.6 DSGVO entweder
    - Einwilligung / Freiwilligkeit schließe ich mal aus
    - Kein Gesetz fordert die Datenerhebung/Übermittlung an Dritte (Display)
    - Kein Gesetz erlaubt es, da ein berechtigtes Interesse des AG nicht durch Kundenanforderung begründet ist.

    Teilen Sie Ihren AG also mit, dass die Kosten fürs Display hier so nicht anfallen.
    Ggf. muss aber ein Kundenzugriff auf den Prozeß (ohne personenbezogene Daten) gegeben sein?

    Dann zu der Kundenanforderung + @CatKoll  Die QM Kollegen haben noch Optimierungsbedarf in Ihren Basics. Wir hatten diese Diskussionen schon ein paarmal hier im Forum. Ein Auszug aus der DIN EN ISO 9001:2015 1 Anwendungsbereich a)

    „…die Anforderungen der Kunden und der zutreffenden gesetzlichen und behördlichen Anforderungen erfüllen, und…“

    Die IATF TS 16949 erkennt ebenfalls gesetzliche Anforderungen als Grundvoraussetzung zur Erfüllung der Norm, nicht nur im risikobasiertem Ansatz.

    Und ja, der Datenschutz und die Aufsichtsbehörde sind interessierte Parteien im Sinne der gängigen QM Regelwerke.

    Was will also der Lieferantenentwickler/Kunde wirklich?
    - Das Unternehmen (Ihr AG) soll sicherstellen, dass die freigegebenen Produktionsprozesse Passwort geschützt sind. Hierbei sind Eingriffe in den Prozess in der Regel, über Eingriffsebenen Passwortvergabe den Fachkräften zugeordnet.
    - Der Automobilkunde möchte Zugriff auf den laufenden Prozess und Störungen (Nummerncode) deren Behebung und weitere Eingriffe bei sich zu Beweiszwecken dokumentiert haben.
    Das kann man unterschreiben, wenn er das möchte. In einem Audit vor Ort kann es sein, das der Kunde sich die Passwortvergabe für den Produktionsprozess ansieht und dort mit Namen und Ausbildung der Fachkräfte abgleicht. Hierbei wird der MA in der Regel nicht notiert.

    Ich behaupte jetzt mal aus Erfahrung, das QM und Datenschutz sich nirgends wiedersprechen.
    Im Gegenteil, beides kann sich hervorragend ergänzen.

    Der Kunde kann natürlich die Maschinenauslastung usw. sehen. Dies aber anonymisiert, ohne personenbezogene Daten.

    Das der Mitarbeiter „im grünen Bereich ist“ muss nicht Zwangsläufig mit der Effektivität der Anlage gekoppelt sein.

    Jeder QM versierte kennt die Einflussgrößen ( mittlerweile 8M ) und deren Wechselwirkungen auf die Prozesse. Ein "M" hiervon ist der Mitarbeiter.

    Grüße

    Dataparanoia

  7. #7
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    Zitat Zitat von Dataparanoia Beitrag anzeigen
    Ich behaupte jetzt mal aus Erfahrung, das QM und Datenschutz sich nirgends wiedersprechen.
    Im Gegenteil, beides kann sich hervorragend ergänzen.
    Kommt halt auch immer auf das gelebte QM und die QMler an, mit denen man es zu tun hat, gell.
    Qualitätsmanagement an sich ist für mich absolut sinnig und berechtigt.

    Ich stolpere trotzdem noch über dieses Ampelsystem - für was genau ist das denn gedacht? Das interessiert mich jetzt doch.
    Nicht vielleicht doch eher so, dass die Leistung der Maschine angezeigt wird und der Name des Mitarbeiters dort "nur" auftaucht, weil er/sie z.B. Maschinenführer ist.
    Für mich ist Effizienz der Maschine nicht gleich Effizienz des Mitarbeiters - das sieht auch die Produktionsleitung hier bei uns so.
    Es gibt ja durchaus Faktoren, die der Produktionsmitarbeiter nicht in der Hand hat, und wenn es Stromausfälle sind. Der Sinn, warum man das dort mit anzeigen will, erschließt sich mir nicht - außer es geht um Überwachung und Sozialkontrolle in der Produktionshalle. Und da sind wir uns ja einig, dass das nicht zulässig ist.
    Viele Grüße!

  8. #8
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    Hallo CatKoll

    Also wofür die Ampel jetzt genau sein soll, kann nur Sentebale12 aufzeigen.

    Die mir bekannten Anlagen waren aber auch entsprechend bestückt.

    Grundsätzlich wurde jede Störung mit rotem Signal oft auch Alarmton hinterlegt um die Eingriffszeiten kurz zu halten.

    Je nach Komplexität der Anlage konnte man aber bereits auch wichtige Parameter (Druck, Temperaturen, Zeiten...) über eine interne Qualitätssicherungsfunktion überwachen.

    Wenn ich einen Prozeß eingefahren habe, der geprüft und freigegeben ist, dann kann man Toleranzgrenzen für Parameter hinterlegen, bei denen man weiß, das Produkt ist da nicht mehr zu gebrauchen. Die Maschine würde dann auf Störung schalten und stehen bleiben (rot), anstatt weiter (schlechte Teile) zu produzieren. Man kann aber auch Warngrenzen eingeben, wenn man anhand der Prozeßabnahmeprüfungen weiß, in dem Bereich ist das Produkt noch o.k., wird aber kritisch. Dann hätte ich ein gelbes Signal ohne Warnton und müsste als Maschinenführer gelegendlich mal hingucken.

    Dem Kunden (Autohersteller) unterschreibt man in der Regel den Zugriff auf diese Parameterüberwachung, da dieser (just in Time) seine Bänder taktet und ggf. seine Logistik an die Ausbringungsmengen/Störzeiten anpassen kann. Dies befreit aber dann auch meist vom Regress, wenn beim Kunden das Band steht. Ich kenne die aktuellen Preise nicht aber je nach Modellreihe ist die Stunde im 6stelligem Euronenbereich.

    Bei BMW anrufen und sagen: "Heute nacht haben wir leider keine Teile aus der Maschine rausgeholt, da der Maschineführer versehentlich einen Stillstand übersehen hat", ist längst nicht mehr zeitgemäß.

    Nur ein Beispiel: Ein Temperaturfühler geht kaputt. Die Temperatur fällt ab die Maschine schaltet auf rot. Der Fühler wird gewechselt. 30 min, alles o.k.
    Es gibt mehrere Heizzonen, nur ein Fühler geht kaputt die "Zone" heizt nicht. Die Temperatur fällt nicht ganz ab, aber in einem kritischem Bereich. Ohne Überwachung kann die Maschine jetzt Stundenlang Ausschuß produzieren. Ein Klasiker ist, das ein "Produktionhelfer" den Fehler vielleicht sogar quittiert dem Facharbeiter aber "vergißt" auf den Stillstand hinzuweisen.

    Jetzt wird das Passwort relevant. Denn ein Fehler darf nur von xy quittiert werden.

    Es gibt hier zahlreiche Möglichkeiten. Wenn jetzt dieser Fehler häufig auftritt und in einer Woche mal so 4-5 Fühler über den Jordan gehen? In 3 Wochen ist ein anderer Facharbeiter dran und kann keinen Fühler mehr wechseln, da keiner nachbestellt hat? Das darf nicht passieren und den Kandidaten, der "vergessen" hat zu bestellen kann man anhand der Protokolle (Passwortebene) ermitteln. Für die Schulungsmassnahmen und Ermittlung, wer hat 5x gewechselt und nix bestellt? Hierfür ist betriebliches Interesse ausreichend zur Begründung.

    Der Kunde braucht keinen Namen. Die Produktionsleitung schon. Abgesehen davon, das das Material einfach schlecht sein kann (Chinafühler oder so) oder die Maschine besser gewartet werden muß (Heizungsregler?)....
    Hier kommen nähmlich dann die Kundenfragen nach Prozeßfähigkeit bzw. Maschinenfähigkeit und vorbeugender Instandhaltung.

    Auch bei Stromausfällen möchte der Automobilkunde wissen, warum, wie lange und wie stellt Ihr die Produktion sicher. Namen hierfür braucht er nicht.
    Und für viele dieser Prozesse und Massnahmen brauche ich als QM Manager auch nicht die Namen der Mitarbeiter. Mich interessieren nur Prozesse und Abläufe.

    Gruß

    Dataparanoia

  9. #9
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    Sag ich doch, Effizienz der Maschine und nicht Effizienz des Mitarbeiters in Echtzeit via Anzeige.
    Vielleicht kann uns Sente da ja noch aufklären
    Weil im Eingangspost wird ja von Tagesleistung des Mitarbeiters gesprochen.
    Deswegen interessiert mich das Ampelsystem genauer. Dann bin ich nämlich auf das nächste Gespräch mit meinem QM vorbereitet, wenn die damit um die Ecke kommen
    Die sind da auch sehr kreativ - immer im Sinne der Produktverbesserung natürlich.

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