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Thema: Datenauskunft nur nach unmöglicher Präzisierung

  1. #1
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    Standard Datenauskunft nur nach unmöglicher Präzisierung

    Eine DSGVO-Anfrage hat ergeben, dass keine Daten über meine Person in der Datenbank eines Adresshändlers gespeichert sind. Es wird aber darauf hingewiesen, dass Daten zum Zweck der Vermittlung von einmaligen Werbezwecken zur Verfügung gestellt werden können. Über diese Daten möchte mir das Unternehmen nur Auskunft erteilen, wenn ich umfassende weitere Informationen zur Verfügung stelle. Diese wären: Das werbende Unternehmen, eine Kopie des Werbemittels und/oder die Werbecodierung.

    Kann ich trotzdem Auskunft verlangen? In der Realität werden meine Daten dort gespeichert, verarbeitet und weitergegeben. Es erfolgt zwar kein Eintrag in einer zentralen Unternehmensdatenbank, aber Daten sind potentiell vorhanden. Ich habe, nach meinem Verständnis, genügend Daten zur Identifizierung meiner Person geliefert. Es wäre auch praktisch unmöglich die verlangten Informationen rückwirkend aufzutreiben, es sei denn ich archiviere jedes Werbemailing.

  2. #2
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    Zitat Zitat von Jowi Beitrag anzeigen
    aber Daten sind potentiell vorhanden.
    Potentiell vorhanden? Das ist ein weites Feld ... Wir sind auch potentiell Weltmeister ...
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  3. #3
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    Ja, die Vorlage dafür aber liefert das Unternehmen selbst. "Wir speichern keine Daten über sie in unserer Datenbank. Aber möglicherweise woanders."
    Ich denke "Potentiell" trifft dies ganz gut.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Jowi Beitrag anzeigen
    "Wir speichern keine Daten über sie in unserer Datenbank. Aber möglicherweise woanders."
    Originalzitat?
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  5. #5
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    Zitat Zitat von Ulrich Dammann Beitrag anzeigen
    Originalzitat?
    Nein, Sie haben Recht. In meinem Fall speichert das Unternehmen keine Daten. Sie vermitteln nur den Handel. Die Daten liegen bei einem Tochterunternehmen.

    Also Kunde will Daten kaufen > der Adresshändler gibt die Selektion an sein Tochterunternehmen weiter > das Tochterunternehmen liefert die Daten direkt an den Kunden.

    Schreibe ich einen so aufgestellten Adresshändler an, um zu erfahren welche Daten er über mich speichert, ist die Antwort: keine.

    Ich muss letzten Endes das Unternehmen, die Töchter und seine Beteilungen anschreiben - sofern ich diese überhaupt ermitteln kann.

    Juhuu

  6. #6
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    Ich will mich da jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber ich denke, dass die Tochterunternehmen Auftragsverarbeiter des Adresshändlers ist. Zumindest würde ich das aus deiner Prozessbeschreibung schließen.
    Dann muss der Adresshändler dir auch die Auskunft für die bei den Töchtern gespeicherten Daten geben, da er der Verantwortliche bleibt.

  7. #7
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    Ich wäre tatsächlich auch davon ausgegangen, dass mir Daten aus der gesamten Gruppe ausgehändigt werden. Oder zumindest eine Information erfolgt, wo sie denn noch liegen könnten. Aber effektiv wird hier die Struktur verschleiert und keinerlei Hinweis auf das System geliefert.

    Habe an einem Tag mehrere DSGVO-Anfragen gestellt. Der betroffene Adresshändler war dabei. Von ihm hatte ich die Info, dass von mir keine Daten gespeichert sind. Aus einer anderen DSGVO-Anfrage wusste ich aber, dass Daten abgeglichen wurden. Also habe ich nachgefragt, wie das sein kann. Man hat sich unglaublich dumm gestellt. Es wurde bestritten, dass man Daten speichert. Dann hat man versucht den Sachverhalt herumzudrehen (nicht wir haben Adressen abgeglichen, möglicherweise haben Dritte das bei uns getan). Und man hat versucht zu erklären, dass man zwar Mailings verschickt, die Daten aber von jemanden anderen kommen.
    Ich habe dann selbst gemerkt, dass der Straßenname im Mail-Footer und in der DSGVO-Antwort unterschiedlich sind. Darauf fragte ich nach, ob ich beim richtigen Unternehmen gelandet bin. Und erst jetzt wird zugegeben, dass Daten im Unternehmen auch woanders liegen könnten.

  8. #8
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    Standard

    Hallo Jowi

    Es gibt doch eine Verantwortliche Stelle?
    Eine Datenschutzauskunft bezieht sich doch auch auf deren AVV - Verhältnisse (subsubsubTöchter etc.)

    Das Verhalten dieser Firmen kommt mir bekannt vor (nahezu Standard) und ist meines Erachtens nach ein Fall für die Aufsichtsbehörde.
    Auch wenn die Behörde sicherlich genug zu tun hat.

    Sie können das Unternehmen bereits bei der Anfrage Unterrichten, das fehlerhafte uns unvollständige Auskünfte zur Prüfung bei der Behörde eingereicht werden.
    Dies erhöht die Qualität der Auskunft meist ohne das man die Behörde dann wirklich braucht.

    Gruß

    Dataparanoia

  9. #9
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    Standard

    Hallo Dataparanoia,
    vielen Dank für die Info.

    War mir selbst unsicher ob Unternehmen solche Anfragen weiterleiten müssen. Aber habe jetzt mal bei der Aufsichtsbehörde nachgefragt, wie man in so einem Fall reagieren sollte. Falls ich Antwort bekomme teile ich sie gerne mit.

  10. #10
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    Standard

    Da brauchst du nicht drauf zu warten. Der Verantwortliche muss Auskunft erteilen, inkl. der Daten bei Töchtern, Enkeln, Auftragsverarbeitern.
    Frag beim Adresshändler nach, sag ihm, dass du wegen des Konstrukts in Kontakt mit der Aufsichtsbehörde stehst und dass du bei nicht befriedigender Auskunft eine Meldung loslässt. Vermutlich reicht das.

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