In der Vergangenheit war das Thema Fundraising/Spendenwesen datenschutzrechtlich häufig ein Problem, da sich die meisten Unternehmen gescheut haben, von Ihren Spendern umfangreiche Einwilligungen einzuholen. Inzwischen bin ich mehrfach mit neuen Vorgehensweisen von großen Sozialunternehmen konfrontiert, die die Informationspflichten sowie Betroffenenrechte durch folgende Formulierungen auf ihren Briefbögen bzw. Spendenbescheinigungen wahrnehmen:
"Information zum Thema Datenschutz:
Wir sind daran interessiert, Sie über die Arbeit der X gGmH zu informieren und Sie als Freund und Förderer unserer Arbeit zu gewinnen. Deshalb verarbeiten wir auf der Grundlage von Art. 6 (1)(f) der Europäischen Datenschutzgrundverordnung Ihre Daten, um Ihnen Informationen über uns und unsere Projekte zusenden zu können. Wenn Sie dies nicht wünschen, können Sie jederzeit der Verwendung Ihrer Daten für Werbezwecke wiedersprechen. Sie können den Widerspruch auch per EMail senden an: xx

Begründen läßt sich dieses Vorgehen durch eine Veröffentlichung des eines Fundraising-Softwareanbieters :
"Bei einem Mailing bspw. können Sie mit einer ‚Interessenabwägung‘ Ihre berechtigten Interessen den schutzwürdigen Interessen der betroffenen Personen gegenüberstellen und somit die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung nachweisen. Berechtigte Interessen ergeben sich zum Beispiel aus dem Zweck Spenden einzuwerben. Dies allein ist im Normalfall als ausreichend anzusehen, um gegenüber den schutzwürdigen Interessen der Empfänger höher gewichtet zu werden. Aber auch übergeordnete Interessen lassen sich ins Feld führen. So ist in den Grundrechten der Europäischen Union der Schutz der beruflichen Außendarstellung sowie der unternehmerischen Freiheit und der Meinungs- und Informationsfreiheit garantiert. Die schutzwürdigen Interessen der betroffenen Personen könnten bspw. das Recht auf Privatsphäre und auf die informationelle Selbstbestimmung sein. Außerdem können „vernünftige Erwartungen“ der Betroffenen vorausgesetzt werden. Wer einer NPO/NGO seine Adresse oder Daten bekannt gibt, darf vernünftigerweise erwarten, dass er Werbung erhält."

Ist dies noch DSGVO-konform bzw. wie bewerten Sie derartiges Vorgehen?