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Thema: Google personalisiert Suchanfragen auch von nicht angemeldeten Nutzern

  1. #1
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    Standard Google personalisiert Suchanfragen auch von nicht angemeldeten Nutzern

    Der Suchmaschinenbetreiber Google liefert nun sämtlichen Nutzern personalisierte Suchergebnisse, auch wenn sie nicht mit einem Account bei dem Internetdienstleister angemeldet sind. Der Internetdienstleister nutzt dafür ein auf dem Rechner des Nutzers abgelegtes Cookie, in dem Informationen über die Suchanfragen abgespeichert werden. Diese reichen 180 Tage zurück. Anhand des Cookies liest Google Präferenzen des Nutzers heraus und passt die Suchergebnisse an.

    Google wertet aus, auf welche Treffer der Nutzer am häufigsten geklickt hat und gibt den Seiten aus diesem Bereich bei der nächsten Suche einen höheren Rang. Beispielsweise gelangen Kochanleitungen beim Begriff "Rezept" weiter nach oben, wenn sich der Nutzer eher für Küchen- als für Apothekenrezepte interessiert hat.

    Marc Rotenberg, Direktor der Datenschutzorganistion Electronic Privacy Information Center (EPIG), kritisierte Googles Vorgehen. Laut dem Weblog der New York Times sagte Rotenberg, da der Internetdienstleister nun auch die Suchanfragen von Nutzern verfolge, die sich nicht eingeloggt haben, werde eine der wenigen noch verbliebenen Absicherungen der Privatsphäre hinfällig. Andere Datenschützer kritisierten, dass die Personalisierung für alle Nutzer vorab eingeschaltet ist und erst deaktiviert werden muss (Opt-out).
    Bisher stand die personalisierte Suche registrierten und eingeloggten Nutzern zu Verfügung, wenn sie in ihrem Account das Webprotokoll aktiviert haben. Nicht angemeldete Nutzer können die Personalisierung deaktivieren, indem sie auf einer Suchergebnisseite rechts oben auf "Webprotokoll" klicken und auf der Folgeseite die Anpassungen deaktivieren, erläutert Google. Wer seine Browser-Cookies löscht, muss die Personalisierung erneut deaktivieren.

    jes / für Heise online

  2. #2
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    Frage Wo??

    Zitat Zitat von Hades Beitrag anzeigen
    Nicht angemeldete Nutzer können die Personalisierung deaktivieren, indem sie auf einer Suchergebnisseite rechts oben auf "Webprotokoll" klicken und auf der Folgeseite die Anpassungen deaktivieren, erläutert Google.
    Sorry, ich sehe diesen Link zum "Webprotokoll" bei mir nicht . Browser: IE6.0 unter Windoofs XT. Kann mir jemand einen Tipp geben?

  3. #3
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    Beitrag Webprotokoll

    Hallo Be-de-es-be,

    xp + firefox 3.5.5 habe ich sie

    xp + ie8 erscheint sie nicht, hm.

    Bei w7 + firefox 3.5.5 hatte ich sie auch nicht, ie hatte ich unter windows7 nicht getestet

    ich schau mal wenn ich wieder an meinem Rechner bin

    LG Hades

  4. #4
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    Ausrufezeichen BDSG - bitte eingreifen!

    Sehr geehrter Herr Peter Schaar,


    die Gefahren der neuen personalisierten Suche von Google, sind wesentlich größer, als diese zunächst erscheinen.

    Grundsätzlich ist die personalisierte Suche, also die Auswertung von Daten, die durch eine Identifikation des Browsers und IP Adresse auf diese Weise möglich werden, nicht konform mit dem BDSG.

    Das Datenschutzgesetz der BRD sagt in diesem Falle im 1. Absatz:
    “§ 1 Absatz 1 BDSG lautet: Zweck dieses Gesetzes ist es, den Einzelnen davor zu schützen, dass er durch den Umgang mit seinen personenbezogenen Daten in seinem Persönlichkeitsrecht beeinträchtigt wird.”

    Ein wesentlicher Grundsatz des Gesetzes ist das so genannte Verbotsprinzip mit Erlaubnisvorbehalt. Dieses besagt, dass die Erhebung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten im Prinzip verboten ist. Sie ist nur dann erlaubt, wenn entweder eine klare Rechtsgrundlage gegeben ist (d. h., das Gesetz erlaubt die Datenverarbeitung in diesem Fall) oder wenn die betroffene Person ausdrücklich (meist schriftlich) ihre Zustimmung zur Erhebung, Verarbeitung und Nutzung gegeben hat (§ 13 Abs.2 ff). Die angewendeten Verfahren mit automatisierter Verarbeitung sind vom (behördlichen oder betrieblichen) Datenschutzbeauftragten zu prüfen, oder (wenn ein solcher nicht vorhanden ist) beim zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten anzeigepflichtig.

    Durch die Änderung, dass die PERSONALISIERTE SUCHE GRUNDSÄTZLICH OHNE JEDEN HINWEIS AKTIVIERT IST - lässt Google bewusst die Benutzer darüber im unklaren, dass die Eingaben personalisiert und ausgewertet werden. Ob der User möchte oder nicht - eine Zensur findet statt.

    Google VOR DEM dem 4. Dezember 2009?
    Am 29. Juni 2006 veröffentlichten die Entwickler von Google, eine neue “Segnung” für alle mit einem Google Account angemeldeten Google Benutzer – personalized Search oder kurz PS. Diese Funktion ermöglicht es - eine auf den Anwender zugeschnittene Google Suche durchzuführen. Damit Google diesen Dienst anbieten kann – muss der Anwender auch bereit sein, seine Anonymität aufzugeben und Google erlauben, dessen Suchanfragen, Suchverhalten, Links die geklickt wurden – zu speichern und auszuwerten. Die andere Frage, wem die aufgezeichneten Daten nun gehören, ob diese auch später wieder gelöscht werden und was damit alles gemacht werden darf, ist eben “offen”.

    Google NACH DEM 4. Dezember 2009:

    Ganz einfach: Jeder Benutzer, der Google als Suchmaschine verwendet – wird zur Datenkuh transformiert – und zwar ohne dessen Einverständnis, Aufklärung oder einen Hinweis. Ohne dass Google vom Benutzer eine Einverständniserklärung zur persönlichen Datenauswertung besitzt, wird dem Benutzer ein Cookie untergeschoben, welches diesen für 180 Tage erkennbar und auswertbar macht.

    Hierbei ist zu beachten, dass bei anderen Anbietern eine Anmeldung zwingend erforderlich ist – z.B. Facebook, Twitter, MySpace & Co. In dieser Anmeldung muss der Benutzer den AGB´s des Betreibers zustimmen, bevor dieser überhaupt den Dienst nutzen kann. In den AGB´s wird dann geregelt, was mit den entsprechenden Daten passieren darf und welche Gesetze für die Verarbeitung der Informationen gelten. Nicht so bei Google…


    Eine weitere Gefahr besteht in der Vernetzung der erhobenen Daten. Google erhält nicht nur einen Einblick in das Surfverhalten der Benutzer in Deutschland, sondern über die Gewohnheiten, Wünsche, Präferenzen, politischen oder religiösen Ansichten. Das geht zu weit, viel zu weit - denn Google ist ein Unternehmen, welches an der Börse notiert ist. Dies bedeutet, es ist ebenso wie alle Unternehmen politischen Strömungen und Einflüssen unterworfen, die mit diesem Wissen - eine enorme Gefahr für die Freiheit aller Menschen - nicht nur der BRD darstellen.

    Dadurch das Google global arbeitet - aber jeden Browser weltweit identifzizieren und dadurch für jeden Benutzer gezielt Informationen personalisiert einspielen kann - stellt dieses ein gewaltiges Risiko für die Demokratie und Freiheit dar.

    Der Gesetzgeber muss aktiv werden.

    Entweder muss eine personalisierung der Daten OHNE die Zustimmung des Benutzers und OHNE Hinweis - so wie dies Google vornimmt untersagt werden.

    ODER

    Google ist verpflichtet eine Plakette oder gut sichtbaren Hinweis anzubringen, der den Benutzer darüber aufklärt, dass sein Browser personenbezogen identifiziert wurde und seine Eingaben von Google analysiert und ausgewertet werden.

    Ich freue mich auf Rückmeldung.

    Viele Grüße,
    Peter Suttner

  5. #5
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    Standard

    Inhaltlich kann ich spacejazz zustimmen - formal schreit der Beitrag nach einem Lektor . Auch habe ich so meine Zweifel, ob Google als US-Unternehmen sich nach deutschen Datenschutzgesetzen richten wird - mal unabhängig davon, ob es das müsste oder nicht. Aber einen Versuch wäre es wert.
    Hoffe, dass das weiterhilft . Ist natürlich nur meine Meinung dazu .

  6. #6
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    Standard

    Hallo,

    ich würde gerne den Text von spacejazz in meinen großen Verteiler schicken. Nichts stört Google mehr als wenn dazu aufgerufen wird, Google nicht mehr zu verwenden. So bringt man die auch am schnellsten zum Nachdenken. Welche Verbesserungsvorschläge hast Du denn, Be-de-es-Be? @spacejazz - Darf ich Deinen Text für eine Rundmail an meinen Privatverteiler verwenden?
    Gruß, AndyM

    --
    Bei dem was ich schreibe handelt es sich um meine persönliche Meinung als freiberuflich tätiger betrieblicher Beauftragter für den Datenschutz, die von der Meinung anderer Datenschutzbeauftragter abweichen kann.

  7. #7
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    Hallo,

    heute Morgen habe ich die Seite von SPIEGEL-ONLINE entdeckt mit ein paar netten Gegenmaßnahmen zu Google.
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzp...665613,00.html

    Ich bin kein Netzwerkprofi aber die letzte Maßnahme mit dem HOST-Eintrag gefällt mir sehr gut.

    Gruß
    DerPreuße

  8. #8
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    Daumen hoch

    @AndyM Verteiler - bitte gerne, sollte sicherlich noch etwas überarbeitet werden.

    Ich bin im Netz nun mehr als 20 Jahre "dabei", doch was hier geschieht sprengt jeden Rahmen bei weitem. Das Schlimme daran ist, dass diese Form der globalisierten Auswertung der Nutzer von Google, nur wenig mit der Verbesserung der Suchergebnisse oder Werbeblöcke zu tun hat.

    Wir laufen Gefahr, das sehr präzise Daten über unsere Gewohnheiten, Wünsche und Lebensumstände Eigentum eines Konzerns werden, der wie alle Unternehmen politischen und wirtschaftlichen Interessen unterworfen ist. Herr Eric Schmidt CEO von Google dokumentiert diese Aussage der Zugriffe auf diese Daten durch die amerikanische Regierung wie folgt:

    "“Wenn Sie wirklich diese Art von Privatsphäre benötigen, es ist einfach so, dass Suchmaschinen – einschließlich Google – diese Informationen für einige Zeit bewahren. Dabei ist es zum Beispiel auch wichtig, dass wir in den Vereinigten Staaten alle dem Patriot Act unterworfen sind und es möglich ist, dass alle Informationen den Behörden verfügbar gemacht werden könnten.”.

    Hat hier die Bundesrepublik Deutschland nichts zum Schutze Ihrer Bürger zu sagen? Wann wird dies der Fall sein? Wird etwas geschehen wenn ein Konzern uns seine Sichtweise im Bezug auf Medien und Information aufgezwungen hat? Wieseo aufzwingen? Viele der Bürger nutzen die entsprechenden Dienste des Suchmaschinengiganten freiwillig, doch sind sich nicht über die Transparenz ihrer Privatsphäre bewusst und den Möglichkeiten der Manipulation.

    Ich habe hier sehr große Bedenken im Bezug auf die Freiheit der Menschen, die eine Suchmaschine verwenden, die im Bezug auf Auswertung von Daten nicht gerade zimperlich ist oder Jornalismus zu unterbinden.

    Ein Beispiel des CEO´s von Google Herrn Eric Schmidt:
    http://money.cnn.com/2005/08/05/technology/google_cnet/

    Und weiter...
    "Wenn es etwas gibt, von dem Sie nicht wollen, dass es irgendjemand erfährt, sollten Sie es vielleicht ohnehin nicht tun."

    http://gawker.com/5419271/google-ceo...-filthy-people

    Datenschutz in dieser Größenordnung, mit diesen Möglichkeiten, ist nicht Sache eines Unternehmens, dass im Bezug auf Daten solche Einstellungen und Neutralität vertritt.

    Viele Grüße & Danke,

    Peter

  9. #9
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    @AndyM: You've got mail .

  10. #10
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    Wer den Text über meine privaten Verteiler erhalten hat bitte melden
    Gruß, AndyM

    --
    Bei dem was ich schreibe handelt es sich um meine persönliche Meinung als freiberuflich tätiger betrieblicher Beauftragter für den Datenschutz, die von der Meinung anderer Datenschutzbeauftragter abweichen kann.

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