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Thema: Ich soll interner Datenschutzbeauftragter werden - viele Fragen dazu - HILFE

  1. #11
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    Ich würde Ihnen abraten, den Job als DSB zu übernehmen.
    Zu viele Lerninhalte für zu wenig Zeit, die Ihnen dafür bleiben würde.

    Als Alternative würde ich dem Cheff zu einem externen Datenschutzbeauftragten raten, der die Einführung des Datenschutzes übernimmt und mich dann als Datenschutzkoordinator anbieten.
    Wenn die Firma erst einmal "auf Kurs" gebracht wurde und Sie in dieser Zeit viele Einblicke in den Bereich bekommen, kann man dann immer noch überlegen, ob man den Posten des DSB dann machen kann oder der externe bestehen beleibt und man diesen dann weiter zuarbeitet.
    Zudem wäre dann genug Zeit für die dringend benötigten Schulungen (nicht nur im Bereich Datenschutz, sondern vor allem auch im Bereich IT (Sicherheit).

    Durch meine Tätigkeit als interner DSB bin ich nicht unbeliebter geworden. Ich denke vieles liegt dann auch daran, wie man den Datenschutz den Mitarbeitern "verkauft" und präsentiert.
    Hier ist es so, dass sich die Mitarbeiter auch gerne bei Fragen an mich wenden und viele Entscheidungen sind ja auch zum Wohl der Mitarbeiter.
    Einzig die Geschäftsführung ist nicht immer glücklich, wenn ich Ihnen die Optionen und Konsequenzen aufliste, aber damit sollte man umgehen können. Schließlich ist es unter anderem unsere Aufgabe die Firma vor Schaden zu bewahren.

  2. #12

    Standard

    Nur, um das Thema hier abzuschließen: Ich werde nach einem Gespräch mit meinem Chef nicht Datenschutzbeauftragter werden, ich habe gebeten, dass ich das nicht übernehmen muss, es wird jemand Externes. Ich danke euch für die vielen Antworten, die mir definitiv bei der Entscheidungsfindung geholfen haben!

  3. #13
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    Man kann ja nicht reingucken in die Unternehmen aber ich hab schon wieder mächtig Paranoia.
    Die DSGVO startet Ende Mai. Euer Unternehmen gibt es seit?? Hatten wir nicht schon seit ein paar Tagen länger irgendwo stehen, dass ein Unternehmen mit mehr als 10 MA, welche pbD …zu benennen haben?
    Bau/Immobilienbranche 150 MA, das klingt für mich nach jeder Menge ADV/AVV. Ferner klingt es nach „dann muß den Mist halt auch noch jemand mit machen“ Pieeeeeep Bürokratie, Pieeeeep Staat.
    Hat denn Ihr Chef ihnen bei der Konfrontation mit der neuen Aufgabe auch gleich ihren Schulungsplan genannt, wann das nächste, vor allem freie, Seminar zum/zur Datenschutzbeauftragten gem. DSGVO ist und dass Sie bereits angemeldet sind?
    Möglicherweise hat ihr Chef nicht die geringste Ahnung und Sie werden ihm fast alles, was Sie lernen auch beibringen müssen.
    Ja, Sie haben die Wahl. Sie können auch einfach sagen Äh…nööö, mach ich nicht.
    Nun möchte ich aber keinesfalls weniger Datenschützer in unserem Lande sehen, sondern mehr und würde es begrüßen Sie im Kreise willkommen zu heißen. Aber man sollte auch gut schlafen können und daher gebe ich auch mal meinen Senf dazu, obwohl die Kollegen hier schon ausführlich dabei sind. Aufgrund der Schwarmintelligenz können Sie da zumindest Tendenzen erkennen.
    Zu1: Interessenskonflikt. Ein klares jain. Sie sind der GF unterstellt und leiten niemanden an. Demnach werden Sie von der GF beurteilt. Die GF hat offenbar nicht ausreichende Kenntnisse, demnach prüfen Sie als bDSB ihre eigenen Abläufe. Wäre also nicht auf den ersten Blick o.k.
    Sie haben aber keine Weisungsrechte und Führungsverantwortung, wenn was nicht stimmt melden Sie das Problem. Genauso machen Sie das als bDSB. Im Datenschutzbericht und ggf. als Datenschutzinformation immer schriftlich. Verantwortlich ist und bleibt ihr Chef.
    Wenn Sie ihre Verfahren alle Datenschutzkonform gestalten und diese so dokumentiert sind, besteht schon die Möglichkeit bei der ASB anzuklopfen und zu sagen: Wir machen das bei uns, so und so, im Anhang die Verfahrensbeschreibung mit Bitte um gelegentliche Durchsicht und Info ob o.k. Kann mir nicht vorstellen, das es da bei ihrem Unternehmen Probleme gibt.
    Zu2.: Ich war mal gesundheitlich 6Monate aus dem Rennen. Wenn das System steht wissen die geschulten Kolleginnen und Kollegen jeder Abteilung, wie auf Anfragen reagiert wird. Dann wurde halt das System mal nicht auditiert und neue MA haben eine ausführliche Beschreibung unseres Datenschutzsystems nicht von mir geschult bekommen, sondern zum Durchlesen mit bitte um Unterschrift bei Verpflichtung auf das Datenschutzgeheimnis… Fragen beantworten kann auch der Chef.
    Vertieften kann man das bei Rückkehr. Würde aber bei Ihnen bedeuten, dass jede Abteilungsleitung sich auch auskennt. Sie müssen die Schulen(am besten bei Erstellung des Verfahrensverzeichnisses).
    3. Zeitaufwand: Geht gar nicht nebenbei bis zum 25.05.18, außer Sie beweisen mir das Gegenteil.
    Da sind aber Sie am wenigsten für verantwortlich. Wer seit Jahren bestehende Datenschutzgesetze offenbar ignoriert und 4 Wochen vor DSGVO gar nichts hat, dem sollte man die Leviten lesen.

    Aber Sie haben die Wahl. Sie können sagen nööö. Sie könnten aber auch sagen O.k. aber nur unter der Voraussetzung
    - Schulung, gleich der nächste freie Platz ca. 4 Tage bei z.B. TÜV oder wen auch immer.
    - Support während der Systemerstellung durch einen ext. DSB zur Unterstützung für ca. 3 Monate. Der Chef möchte doch Gewinnextremmaximierung äh.. sparen und nicht dauerhaft einen ext. DSB?
    - Je weniger er Sie für die Einführung DSGVO freistellen kann von anderen Tätigkeiten, desto weiter nach hinten verschiebt sich die Einführung. Umso teurer wird die Rechnung des externen Supports. Erzählen Sie ihm von den Bußgeldern nach DSGVO. Wahrscheinlich hat er von diesen zufällig erfahren und das war der Auslöser seines Nebenjobangebotes an Sie.

    4. Haftung ist, wie bei jedem Arbeitnehmer auch. Achtung, alle 150MA sind eine Firma? Falls Schwesterunternehmen mit zu betreuen sind, bitte eine Haftungsfreistellung verlangen.
    Alles was erkenntlich nicht Datenschutzkonform ist, berichte ich schriftlich. Da ist Fahrlässigkeit kein Thema. Wenn sich der Chef um die Probleme nicht kümmert, verpetz ich den aber auch nicht, sondern erhöhe die Schlagzahl meiner Sachstandsinformationen.

    5. Qualifikation: Der bDSB regelt seine Schulung selbst und der Chef zahlt dafür(BDSG§4f Abs.3)
    So steht´s erst mal. Und ja, ist ne Herausforderung.

    6. Wenn das System läuft, kriegt der Chef einmal im Jahr einen Tätigkeitsbericht und die Abteilungsleiter je nach Auditintervall einen Auditbericht. Das müssen Sie quasi selbst rausfinden.

    7. Ja, der/die externe. Den empfehle ich in der Tat, solange Sie noch nicht das Fachwissen haben und für die Dauer der Systemerstellung und Freigabe. Der würde dann Arbeitsanweisungen erstellen, Checklisten, Mitarbeiterschulungen… so viel man halt benötigt. Ob diese/r für eine Zeit X, als ext. DSB bestellt wird oder ob Sie bestellt sind und ext DSB im Rahmen von BDSG §4f Abs. 5 (Unterstützung) ihnen zugeteilt ist, sollte Ihre Entscheidung sein (mach ich, aber….).

    Ihr Chef möchte aktuell keinen ext. DSB? Warum? Weil die Rechnungen stellen?
    Haben Sie in den 4 Tagen noch freie Ressourcen? Hätten Sie den 5 Tag? Wenn er keinen externen will, muss er die Ressourcen intern generieren und Geld in Ausbildung investieren. Fragen Sie doch mal Ihren Chef, was Ihn dazu bewogen hat zu ihnen zu kommen. Hat er denn das Gefühl, Sie könnten mit 4AT/W das System Datenschutzgerecht nebenbei einführen, weil er keinen externen DSB möchte?
    Folgendes: Wir hatten uns ja auch mal mit der Thematik beschäftigt. Wir hatten und von größeren externen Dienstleistern (vermutlich die Internetseiten mit der vielen Werbung) einen Kostenvoranschlag eingeholt. Thema Einführung eines Datenschutzmanagements in den Unternehmen am Standort…
    Da kamen 2 Anbieter mit entsprechenden Beträgen und schon durfte ich 6Monate quasi Vollzeit das System aufbauen und habe nebenbei die Erledigung meiner Hauptaufgaben delegiert und kontrolliert. Nur geht das nicht mit jedem Tätigkeitsprofil.
    Unterm Strich: Ich habe kein gutes Gefühl, aufgrund der jahrelangen Ignoranz bestehender Gesetze wird der Datenschutz mal wieder nur als lästiger Kostenfaktor gesehen. Man sucht sich ein „Opfer“ und denkt (stimmt aber nicht), die Sache sei erledigt.
    Ich würde vermutlich nöö sagen, weil ich mir das „erlauben“ kann. Nun ist der Mensch aber ein Individuum und jeder hat andere Rahmenbedingungen wie Nachbarn, Jobaussichten, Karrierewünsche etc… Also kein Rat von mir möglich. Ihre Entscheidung. Zwingen kann man Sie nicht.
    Sollten Sie Ihre Bedingungen allerdings erfüllt werden und Sie gehen den Job an, so kann man auch später zur Not vom „Ehrenamt“ zurücktreten. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist empfehlenswert.
    Man sollte halt bissig genug sein, dann klappt`s auch mit dem Nachbar.
    Gruß

    Datenparanoia

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