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Thema: Auskunftsersuchen Polizei

  1. #11
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    noch ergänzend:
    Wie ich soeben erfahren habe, wurde bei diesem heutigen Fall im Vorfeld die behandelnde Ärztin telefonisch von der Kripo angegangen, ihm die Auskünfte sofort am Telefon mitzuteilen. Also, wiederum ein völlig unakzeptables Verhalten und ein weiterer Grund bei den Aufsichtsbehörden vorstellig zu werden.
    Die Vorgesetzten zu konsultieren macht wenig Sinn, da z.B. im gerade eben geschilderten Fall das Schreiben von der SA kam und diese anscheinend auch nicht wissen, was eine rechtskonforme Auskunft ist.

  2. #12
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    Hallo Coach58
    Im Grunde haben hier die Kollegen bereits den Nagel in #3 u. #5 auf den Kopf getroffen.
    Weitere Ausführungen wie „Der Polizei müsste doch bekannt sein, dass für derartige Auskunftsersuchen die Nennung einer Rechtsgrundlage erforderlich ist…“ halte ich derzeit für reines Wunschdenken.
    Man sollte es eigentlich annehmen, dass Datenschutzschulungen stattfinden in den Behörden. Aber ich hatte hier bisher 100% alle Behördenanfragen nur telefonisch mit Bitte um schnelle Datenübermittlung ohne Angabe von irgendwas bei verschiedenen Abteilungen im Hause.
    Geht ja auch deutlich schneller. Bei der Behörde.
    Auch bei Polizei und Staatsanwaltschaft gilt immer: Schriftlich unter Angabe der Rechtsvorschrift und des Aktenzeichens.
    Anhand dieser Angaben ist bei datenschutztechnischer Prüfung dann auch meist nachvollziehbar, ob eine Auskunft direkt beim Betroffenen im Sinne einer Freiwilligenlösung angedacht ist, oder besser nicht.
    Da in Ihrem Fall eben keine „akzeptable“ Anfrage vorlag, würde ich auch im Verhalten der Mitarbeiterin eher kein Vergehen erkennen. Da hätte die anfragende Stelle doch eher mal konkrete Sachverhalte benennen sollen.
    Warum ich mich, ob der treffenden Auskunft der Kollegen noch hier einschalte, ist die Erfahrung.
    Ich rate immer bei kritischen Anfragen (Staatsanwaltschaft – oft besonders sensible Daten) die Aufsichtsbehörde mit ins Boot zu nehmen. In der Regel sind die schnell und kompetent. Deren Standpunkt wiegt scheinbar schwerer, im Gegensatz zur Aussage eines bDSB, auch wenn absolut identisch. Oft erledigt sich dann auch mal ein vorher noch so wichtiges Anliegen von selbst.
    Ich hatte mal die Problematik, dass wir als Unternehmen, nun mal bei unzulässiger Übermittlung Bußgelder von der ASB fürchten müssen. Aber die Landesbehörde für die Staatsanwaltschaft zuständig ist. Bedeutet: Die Landesbehörde kann bei unzulässiger Anforderung der Polizei schon die Behörde, im Nachhinein noch schimpfen. Aber die ASB verlangt von uns dann wegen unzulässiger Übermittlung bis zu 50000EUR. Und ab DSGVO noch viel mehr.
    Das ist dann schon immer ein Grund zur detaillierten Aufarbeitung. Unabhängig welche Ansichten und Meinungen der/die Polizist(in) oder die Staatsanwaltschaft am Telefon haben.


    Gruß
    Dataparanoia

  3. #13
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    Nachdem ich diesen interessanten Thread gelesen habe, kam mir noch ein Aspekt, den man auch immer bedenken sollte: Kann man sich denn 100%-ig sicher sein, dass es wirklich die Polizei oder die Staatsanwaltschaft am Telefon ist? Telefonische Auskünfte finde ich da äußerst heikel. Der Hauptmann von Köpenick läßt grüßen. Wie schnell könnte ein Ex-Partner, Stalker oder ein neugieriger Chef mit forscher Polizei-Stimme auftreten, um Auskünfte zu bekommen. Mich wundert es auch immer in TV-Krimis, wie einfach hier die Polizei oft telefonisch sensible Daten abfragt. Wahrscheinlich färbt dieses TV-Verhalten auch auf so manchen Real-Beamten ab.

  4. #14
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    Da muss ich User2017 zustimmen (Stichwort Social Engineering).

    Daher sollte es ja Regelungen / Richtlinien geben die besagen - lieber einen rückrufe, Schriftstück mit Signatur etc. verlangen. Dies brauchen Sie ja schon ggf wegen den Rechtsgrundlagen.

  5. #15
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    Ist logisch, das ist aber eine der Basics, dass tel. Auskünfte nur in Notfallsituationen oder wenn Gefahr im Verzug ist, gegeben werden. Und dann immer nach einem Mindestmaß an Authentifizierung. Nicht zu vergessen: auch bei solchen Schnellschüssen ist der Auskunftserfragende verpflichtet, dies anschl. schriftlich noch nachzureichen.

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