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Thema: Fotos von (mehrtägigen) Besuchern der Firma im Intranet

  1. #1

    Standard Fotos von (mehrtägigen) Besuchern der Firma im Intranet

    Bei uns in die Firma kommen jeden Tag viele Besucher (vor allem Dienstleister, Kunden etc.), die oft auch mehrere Tage hintereinander kommen. Diese werden eh schon namentlich bei uns im Intranet erfasst, damit sie sich bei einem Besuch an der Pforte melden können und einen Besucherausweis bekommen, damit die sich jederzeit auf dem Firmengelände identifizieren können.

    Jetzt meine Frage:
    Kann man zu diesen Besuchern auch Bilder im Intranet speichern und mit auf den Besucherausweis drucken? Und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen? Muss hier eine vorherige Einwilligung des Besuchs erfolgen?

  2. #2
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    Standard Fotoveröffentlichung mit Willenserklärung?

    Antwort mit noch mehr Fragen:

    Fotoveröffentlichung mit Willenserklärung?
    z.B. neuer Mitarbeiter/in (MA) wird / soll am schwarzen Brett / Intranet mit Foto öffentlich bekannt gemacht werden.
    Oder: aktuelle Firmen - Fußballmannschaft wird mit Foto am schwarzen Brett / Intranet mit Foto öffentlich bekannt gemacht.


    Rechtliche Seite / Wahrung der Verhältnismäßigkeit:
    Muss zu der Fotoveröffentlichung eine Willenserklärung / Unterlassenserklärung mit dem MA vereinbart werden? Ich tippe auf ein klares ja?

    Ein etwas schwammiges Ergebnis laut meiner kurzen Recherche hierzu:
    Zitat: „Schon das bewusste Lächeln in die Kamera kann als Einwilligung angesehen werden, wenn auch für den Fotografierten klar ist, in welcher Weise das Foto veröffentlicht werden soll. Sind die Umstände einer späteren Veröffentlichung hingegen nicht erkennbar, stellt eine Zustimmung zur Erstellung eines Fotos keine Einwilligung in die Veröffentlichung dar, nicht automatisch auch jegliche Form der Veröffentlichung des Fotos. Fehlt die Einwilligung, ist das Einstellen der Fotos ins Internet eine Straftat. Diese kann nach § 33 KunstUrhG mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird.“

    Quelle:
    http://www.datenschutzbeauftragter-i...utz-im-alltag/

    Fragen:
    1. Sind alle Beteiligten mit Willenserklärung / Einwilligung auf der sicheren Seite? --> sehr wahrscheinlich ja!

    2. Ist die Notwendigkeit einer Willenserklärung kontextabhängig? --> je ne sais au juste ...
    z.B. Firmen – Fußballmannschaft: eher privater Aspekt im Sinne von Wahrung der Verhältnismäßigkeit?

    3. Was ist konkret gefordert:
    Wird nicht hierdurch übertriebener Aufwand generiert, der fraglich ist, wenn alle Beteiligten die Fotoveröffentlichung begrüßen, ohne großen Aufwand in Willenserklärung zu stecken? --> wahrscheinlich ja!

    4. Nicht das Rad neu erfinden: (das wäre super!)
    Gibt es hierzu empfehlenswerte vorbereitete Formblätter von seriösen Quellen, die per free download beziehbar sind?
    Oder hat jemand vielleicht für solchen Sachverhalt ein Formblatt vorbereitet, welches dem Forum per Anhang oder link zu Verfügung gestellt werden kann?

    Gruß datensepp

  3. #3
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    Standard

    Ich verstehe nicht, wieso die Besucherdaten überhaupt ins Intranet gestellt werden: Die Ausweise liegen in der Pforte vor zur Abholung? Oder werden dort gedruckt bei Abholung? Dafür reicht doch eine Datei nur für die Mitarbeiter der Pforte aus.
    Wegen der Fotos: Ich nehme an, die werden vorher von den Besuchern zur Verfügung gestellt und ich nehme weiter an, dass sie auch wissen wofür. Damit wäre die Frage der Einwilligung geklärt.
    Veröffentlichung im Intranet wäre eine andere Sache – aber wie gesagt, mir erschließt sich der Sinn nicht ganz.

  4. #4

    Standard

    Vorweg: Jeder Besucher muss sich an der Pforte melden und dort werden auch die Besucherausweise gedruckt und hinterlegt für den Besuch.

    Es handelt sich um ein Unternehmen mit ca. 7500 Mitarebitern und da kommen tagtäglich mehr als eine Handvoll Besucher(gruppen).

    Im Intranet wird von jedem Mitarbeiter, der Besuch erwartet, dieser auch eingetragen. Diesen Kalender kann die Pforte dann einsehen und auch aus diesem Besucherkalender die Besucherausweise drucken, denn diese sind auch mit einem Barcode versehen, damit man diese nicht fälschen kann. Jetzt soll eben noch ein Foto mit angedruckt werden, wenn diese Besucher mehrere Tage hintereinander reinkommen, damit Sie sich nicht jeden Tag aufs Neue identifizieren müssen, wenn Sie durch die Pforte wollen, denn beim ersten Besuch müssen Sie sich eh mit Personalausweis identifizieren. Sollen die das jeden Tag aufs Neue machen? Das kostet Zeit, die oft nicht vorhanden ist. Also müssen Sie am zweiten Tag nur noch ihren Besucherausweis vorlegen und mithilfe des Fotos erkennt man dann auch, ob es sich um diese Leute handelt. Das vereinfacht eben vieles.

    Und noch was: Die Fotos sollen auch in der Pforte gemacht werden, die werden nicht vom Besuch zur Verfügung gestellt.

  5. #5
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    Standard

    Wie lange insgesamt wird Ausweis und Foto gespeichert?
    Wenn der Besucher also zur Pforte kommt und u.a. ein Foto gemacht wird für den Ausweis, dürfte es ja kein Problem sein, ein entsprechendes Einwilligungsformular unterschreiben zu lassen. Worin erkennbar ist, warum, wo und wie lange die Daten gespeichert werden. (Mal ganz grob gesagt).
    Wobei ich mich gerade frage, wie es eigentlich mit Namen etc. ist, die im Vorfeld ins Intranet gestellt werden – vielleicht sagt noch jemand was dazu? Ich denke spontan, auch da sollte mindestens ein mündliches Einverständnis bei Terminvergabe eingeholt werden und dokumentiert?

  6. #6
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    Standard

    Ganz einfach gesagt: Ich sehe keine Erforderlichkeit für das Photo, weil andere Verfahren der Identifikation zur Verfügung stehen.
    Datenvermeidung und Datensparsamkeit - fast so toll wie Zweck.
    So. Eigentlich könnte ich jetzt aufhören, weil alles geschrieben. Aber...

    ...einmal durchgespielt:
    Ein Photo ist schon etwas anderes als der Name des Besuchers. Bei der Erfassung des Namens kann von beiderseitigem Interesse ausgegangen werden, denn der Besucher möchte hinein und um das zu ermöglichen, muß eine Nennung der Person erfolgen, einfacherweise namentlich. Ein Interesse am Ausschluss der Verarbeitung oder Nutzung dürfte demnach seitens des Besuchers nicht bestehen, auch nicht bei einer Nutzung im Intranet - Berechtigungskonzept inkl. Umsetzung vorausgesetzt. Bei einem Photo kann das beiderseitige Interesse jedoch nicht vorausgesetzt werden, da es nicht zwingend notwendig ist. Sprich, der Besucher kommt auch mit einem Ausweis ohne Photo auf das Gelände.

    Und ganz einfach weitergedacht:
    Was ist mit dem Photo in der Kamera, die evtl. auch mal zur Reparatur muß? Was ist mit Zwischenspeicherungen auf anderen PCs, bevor (aus Zeitdruck) das Photo im Intranet abgespeichert wird? Welche Maßnahmen werden getroffen, um die Daten zu schützen? Und und und.

    Das Argument Zeitdruck lahmt. Wenn keine Zeit ist, den Besucher mittels Personalausweis zu identifizieren, wie wird sichergestellt, daß genügend Zeit zur visuellen Prüfung des Gegenübers aufgebracht und er nicht einfach durchgewunken wird? Und woher nimmt sich der Pförtner überhaupt die Zeit, Photos zu machen?

    Und noch weiter gedacht:
    Was ist, wenn der Besucher in mehrwöchigen Abständen wiederkommt? Verbleibt das Photo solange im Intranet, bis er sagt, er käme nie wieder?
    Was ist, wenn der Besucher nur für zwei Tage kommt? Wielange verbleibt das Photo im Intranet? Insbesondere, wenn er die Frage nach einem nochmaligen Besuch nicht beantworten kann.
    Wie würde mit diesen ^ unterschiedlichen Zeitrahmen verfahren? Welche Zeitdruck-Ausrede dient dann für eine Pauschalspeicherung, um kein neues Photo von den Wiederkehrern machen zu müssen? Das entspräche einer Zweckänderung, denn der Zweck für die Erstellung, Nutzung... des Photos ist der Besuch und nicht der Besuch in einem halben Jahr. Definierte man den Zweck generell als "wannauchimmer"-Besuch, entspräche das einer Speicherung auf Vorrat. Nicht erforderlich.

    Wie wird sichergestellt, daß über Nacht nicht das Photo auf dem Ausweis ausgetauscht wird? Woher weiß der Pförtner, daß es tatsächlich der Besuch von gestern ist?
    Wurde der Anmeldeprozess schon dahingehend optimiert, daß auch mit Vorzeigen des Personalausweises die Anmeldung in vertretbarem Zeitrahmen vonstatten geht?
    Viele Fragen, deren ordnungsgemäße Beantwortung inkl. Verfahrensweise ein wenig Aufwand in der Umsetzung bedeutet. Ob das weniger kosten- und zeitintensiv ist?

    Schlußendlich haben wir diese Konstellation:
    - Das Unternehmen will zusätzliche pb Daten des Besuchers erheben, um das Verfahren Anmeldung zu erleichtern/beschleunigen. Der Besucher muß darauf vertrauen, daß mit seinen Daten datenschutzkonform umgegangen wird.
    - Der Besucher erhält einen Ausweis mit Barcode. Das Unternehmen muß darauf vertrauen, daß der Besucher damit den Weisungen gemäß umgeht (Weitergabe etc.).
    Warum wird kein Barcode-Scanner eingesetzt? Der Besucher wird erwartet, also gibt es Personen, die sicherstellen können, daß es der erwartete Besuch ist. Beispielsweise durch ein Häkchen im Intranet?

    Und welche Daten werden vom Personalausweis beim ersten Besuch erhoben?

    Hmm. Hätte doch aufhören sollen, jetzt stehen hier nur noch Fragezeichen herum.

  7. #7
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    Standard

    Zitat Zitat von datensepp Beitrag anzeigen
    Antwort mit noch mehr Fragen:

    Fotoveröffentlichung mit Willenserklärung?

    ...

    Rechtliche Seite / Wahrung der Verhältnismäßigkeit:
    Muss zu der Fotoveröffentlichung eine Willenserklärung / Unterlassenserklärung mit dem MA vereinbart werden? Ich tippe auf ein klares ja?

    Ein etwas schwammiges Ergebnis laut meiner kurzen Recherche hierzu:
    Zitat: „Schon das bewusste Lächeln in die Kamera kann als Einwilligung angesehen werden, wenn auch für den Fotografierten klar ist, in welcher Weise das Foto veröffentlicht werden soll. Sind die Umstände einer späteren Veröffentlichung hingegen nicht erkennbar, stellt eine Zustimmung zur Erstellung eines Fotos keine Einwilligung in die Veröffentlichung dar, nicht automatisch auch jegliche Form der Veröffentlichung des Fotos. Fehlt die Einwilligung, ist das Einstellen der Fotos ins Internet eine Straftat. Diese kann nach § 33 KunstUrhG mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft wird.“

    Quelle:
    http://www.datenschutzbeauftragter-i...utz-im-alltag/

    ...
    Anmerkungen von mir:

    Für Fotoaufnahmen und -veröffentlichungen gilt grundsätzlich:

    Im Gegensatz zu der in § 4a BDSG vorgesehenen Schriftform der Einwilligung im Datenschutzrecht werden an die Einwilligung zur Erstellung von Fotos und Videos geringere Anforderungen gestellt. Die Einwilligung muss nicht ausdrücklich, sondern kann auch konkludent erteilt werden. Wer bemerkt, dass er per z. B. auf einer Betriebs- oder Vereinsfeier gefilmt oder fotografiert wird und lächelnd in die Kamera winkt, erklärt durch sein Handeln, dass er damit einverstanden ist.

    Das gilt aber noch nicht automatisch für Veröffentlichungen, d.h. ob das Foto oder das Video verbreitet und zur Schau gestellt werden darf. Derjenige, der sich ablichten lässt, erklärt dadurch noch nicht seine Einwilligung in die Veröffentlichung. Diese ist gesondert zu erfolgen. Auch bei der Veröffentlichung im Inter- oder Intranet bedarf es daher einer gesonderten Einwilligung nach § 22 KunstUrhG.

    Darüber hinaus gibt es die bekannten Ausnahmen von der Regel, bei der eine Einwilligung des Betroffenen für die Erstellung und Veröffentlichung entbehrlich ist (§ 23 KunstUrhG):

    - Bildnisse von Personen der Zeitgeschichte (absolute und relative Persönlichkeiten, die von öffentlichem Interesse sind)
    - Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk erscheinen (Landschaften und Orte stehen im Vordergrund)
    - Bilder von (öffentlichen) Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen (öffentliches Leben im nicht geschützten Raum)
    - Bildnisse, die nicht auftragsgebunden sind und höheren Interessen der Kunst dienen (Kunstfreiheit).

    Aber auch wenn ein Foto oder Video unter die Ausnahmetatbestände fällt, darf es gemäß § 23 Abs. 2 KunstUrhG nur veröffentlicht werden, wenn dadurch kein berechtigtes Interesse des/der Abgebildeten verletzt wird.

    Ansonsten stehen die Fragen von anzolino zur Beantwortung bereit

  8. #8
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    Zitat Zitat von anzolino Beitrag anzeigen
    Hmm. Hätte doch aufhören sollen, jetzt stehen hier nur noch Fragezeichen herum.
    Nöö- nicht aufhören - ich find's klasse, wenn sich jemand so viel Zeit nimmt für so viele konstruktive Fragezeichen - die die Antworten gleich mit liefern und der Förderung eigenständigen Denkens dienen.

    @ Hastegutgemacht: Wie wollt ihr es nun handhaben - würde mich interessieren.

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