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Thema: FotoDoku / Zeitraffer Video

  1. #1
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    Standard FotoDoku / Zeitraffer Video

    Hallo Zusammen,

    Unsere Marketing-Abteilung hat sich mal wieder ein Glanzstück einfallen lassen. Zur Erstellung eines "Image-Videos" möchten sie einen Tag lang unseren (Haupt-)Eingang im Abstand von 1 Minute fotografieren. Die Bilder sollen dann zu einem Zeitraffervideo zusammengestellt werden.

    Ist das jetzt schon eine Videoüberwachung nach §6b?

    Eine Einwilligung von allen Externen, inclusive Postboten usw. wird auch nicht zu bekommen sein... kann man die auch nachträglich unkenntlich machen? Bei reinen Photos würde das ausreichen, soweit ich weis...

  2. #2
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    Standard

    Zitat Zitat von PeeCee Beitrag anzeigen
    Ist das jetzt schon eine Videoüberwachung nach §6b?
    Nur für Schnecken, Schildkröten und andere extrem langsam getaktete Wesen, die aber vor dem Gesetz nicht als betroffene Personen gelten.

    Wenn der Bildausschnitt so gewählt ist, dass die Passanten nur als "Beiwerk" (bitte nicht so titulieren) anzusehen sind, dürfte es keine Probleme geben. Um 1000 % sicher zu sein, dass niemand nachfragt, könnte man dann noch verpixeln; ist aber rechtlich nicht zwingend.
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  3. #3
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    Standard

    Für die 'reine' videoüberwachung trifft das m. E. zu, aber reicht das hinsichtlich der Veröffentlichung des Videos (z. B. im Internet) bei einer 'Nicht-Verpixelung' wirklich aus?

    Nach meinem Kenntnisstand gilt für Fotoaufnahmen und -veröffentlichungen grundsätzlich folgendes:

    Im Gegensatz zu der in § 4a BDSG vorgesehenen Schriftform der Einwilligung im Datenschutzrecht werden an die Einwilligung zur Erstellung von Fotos und Videos geringere Anforderungen gestellt. Die Einwilligung muss nicht ausdrücklich, sondern kann auch konkludent erteilt werden. Wer bemerkt, dass er per z. B. auf einer Betriebs- oder Vereinsfeier gefilmt oder fotografiert wird und lächelnd in die Kamera winkt, erklärt durch sein Handeln, dass er damit einverstanden ist.

    Das gilt aber noch nicht automatisch für Veröffentlichungen, d.h. ob das Foto oder das Video verbreitet und zur Schau gestellt werden darf. Derjenige, der sich ablichten lässt, erklärt dadurch noch nicht seine Einwilligung in die Veröffentlichung. Diese ist gesondert zu erfolgen. Auch bei der Veröffentlichung im Inter- oder Intranet bedarf es daher einer gesonderten Einwilligung nach § 22 KunstUrhG.

    Darüber hinaus gibt es die bekannten Ausnahmen von der Regel, bei der eine Einwilligung des Betroffenen für die Erstellung und Veröffentlichung entbehrlich ist (§ 23 KunstUrhG):

    - Bildnisse von Personen der Zeitgeschichte (absolute und relative Persönlichkeiten, die von öffentlichem Interesse sind)
    - Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk erscheinen (Landschaften und Orte stehen im Vordergrund)
    - Bilder von (öffentlichen) Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen (öffentliches Leben im nicht geschützten Raum)
    - Bildnisse, die nicht auftragsgebunden sind und höheren Interessen der Kunst dienen (Kunstfreiheit).

    Aber auch wenn ein Foto oder Video unter die Ausnahmetatbestände fällt, darf es gemäß § 23 Abs. 2 KunstUrhG nur veröffentlicht werden, wenn dadurch kein berechtigtes Interesse des/der Abgebildeten verletzt wird.

  4. #4

    Standard

    Hallo Zusammen,

    zu dem Sachverhalt Zeitraffer hätte ich auch eine Frage.

    In unserem Gartenpark soll ein Zeitraffervideo von der Entstehung eines Beetes gefertigt werden. Der Zeitraum soll sich auf drei Monate belaufen. Für die Aufnahmen wird eine Kamera auf dem nahe stehenden Gebäude installiert. Bei der Kameraeinstellung wird jedoch auch der Weg an dem Beet entlang erfasst. Es werden also sicher auch Besucher des Gartenparks gefilmt werden. Zudem werden Mitarbeiter des Parks bei der Bepflanzung des Bildes gefilmt. Im Zeitraffer sind die Personen aufgrund der Geschwindigkeit dann sicher nicht mehr eindeutig zu erkennen. Was aber ist mit dem Rohmaterial?

    Was muss ich aus Datenschutzsicht beachten? Muss ich wie bei § 6 b BDSG auf die Videoaufzeichnung hinweisen? Muss ich das Einverständnis der Mitarbeiter einholen? Was mache ich mit den Besuchern? Das Video soll auf der Internetseite veröffentlicht werden und evtl auch im TV ausgestrahlt werden.

    Über wertvolle Tipps bedanke ich mich im Voraus.

  5. #5
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    Standard

    Es gelten dieselben Grundsätze, die hier in # 2 und 3 genannt wurden.

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