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Thema: Keine Kontrolle bei Internet-basierte Lernplattformen in Schulen

  1. #11
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    Ich habe das Gefühl, dass die meisten verantwortlichen Stellen sich der Problematik zwar bewusst sind aber keinen direkten Handlungsbedarf sehen, da ja die entsprechenden gesetzlichen Regelungen zum Datenschutz gelten würden. Damit landet der „Schwarze Peter wieder bei mir“

    Das Datenschutzgesetz: Für mich ist das die "Dicke Keule". Und nach dem Bundes- und Landes-Datenschutzgesetz sehe ich die Nutzung solcher Lernplattformen problematisch bzw. ist die Nutzung nach meinem Verständnis illegal, da bei diesen Lernplattformen weder die gelten Vorschriften zur Datensicherheit (in diesen Fall wäre das ja „Verarbeitung personenbezogener Daten im Auftrag) noch das Prinzip der Datenvermeidung eingehalten werden (um nur einige Punkte zu nennen). So müssten die Daten z.B. spätestens am Ende eines Schuljahres automatisch gelöscht werden ....

    Zu dem Datenschutzgesetzt kommen noch die Regelungen des Schulgesetzes und die entsprechende Verordnung zum Datenschutz an Schulen: Auch dort finde ich keine Erwähnung von Lernplattformen; jedoch eine sehr genau Auflistung an Daten, die erhoben werden können bzw. müssen. Die durch Lernplattformen von Lehrer oder Lehrerinnen erhobenen Daten sind demnach nicht zulässig (es sei denn, man betrachtet sie für die Ausübung Ihrer Dienstaufgabe(pflicht) für notwendig oder es liegt eine Einverständniserklärung vor).

    Mit der Einverständniserklärung können natürlich auch andere als die im Schulgesetz genannten Daten erhoben werden … Im diesem Fall müsste man Lernplattformen als ein „freiwilliges“ und zusätzliches Lernangebot verstehen, das nicht im Rahmen des Unterrichtes genutzt wird. Dies entspricht aber nicht der Realität an unserer Schule und ich glaube auch nicht an den meisten anderen Schulen! Und damit wäre auch die Einverständniserklärung als solche nicht relevant, da die "Freiwilligkeit" der Willenserklärung angezweifelt werden kann.

    Jemand sagte mir, dass es in Baden-Württemberg für die Nutzung von Lernplattformen grundsätzlich nicht der Zustimmung der Eltern bedarf, wenn die Schulkonferenz die Nutzung einer Lernplattform beschlossen hat. Nun, diese Regelung würde Sinn machen: Lernplattformen sind doch im eigentlichen Sinn „Lernmittel“ und auch als solche zu behandeln. Wenn die Schulkonferenz beschließt, das an einer Schule das Mathe Buch X angeschafft und genutzt wird, kann ich ja auch nicht als Elternteil sagen :“Ne, das mag ich nicht“.

    Betrachtet man also Lernplatformen als klassisches Lernmittel entfallen die Einverständniserklärungen der Eltern aber gleichzeitig gelten nun im vollen Umfang die Datenschutzbestimmungen und ich kann die „Dicke Keule“ sofort anwenden, da es sich ja nicht um ein sog. Freiwilliges Zusatzangebot handelt….

    Interessanterweise sind Lernplattformen in NRW als Lernmittel nicht zugelassen.
    Ein Schelm wer böses denkt… und als Betroffener dreht man sich im Kreis
    Geändert von Tomkk67 (03.02.2012 um 11:21 Uhr)

  2. #12
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    Hallo Tomkk67,

    ich glaube, Sie haben die Sach-und Rechtslage jetzt sehr treffend beschrieben.

    Bleibt die Frage, wie Sie die Dinge zum Besseren wenden können.

    Ein Hinweis auf die rechtliche Defizite ist ja nicht per se die "Dicke Keule". Man sagt dann (in Beamtenkreisen) "Hier bestehen rechtliche Bedenken im Blick auf die Datenschutzgesetze". Und die gilt es dann "auszuräumen". Alle wahren ihr Gesicht. Man braucht nicht den ganzen Zug anzuhalten. Und dann kommt irgendwann eine "Verbesserung".
    Ulrich Dammann
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  3. #13
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    Nun mit „Dicke Keule“ meinte ich nicht, dass ich sie schwingen möchte um jemanden zu erschlagen oder bloß zu stellen. Eigentlich wünsche ich eine konstruktive Lösung, denn Lernplattformen sind kein Teufelszeug und können sehr positive Impulse geben und sollten nicht per se aus dem Unterricht verdammt werden! Man muss Ihnen halt nur ein Rahmen geben, der es Eltern aber auch Lehrer (den sie stehen ja im Moment in der Haftung) ermöglicht diese „ohne Bauchschmerzen“ zu nutzen

    Nun, wie kann die Frage zum Besseren gewendet werden? Nun ich denke ein Ansatz wäre Lernplattformen als Lernmittel zuzulassen. Hier könnte man sich auch an die Medienberatung des Landes NRW wenden http://www.medienberatung.schulministerium.nrw.de. Allerdings kann eine Zulassung ja nur auf Antrag des Betreibers erfolgen und ich denke, dass derzeit kein Anbieter ein Interesse hat eine solche Zulassung zu beantragen, da Ihre Programme auch ohne Zulassung tausendfach genutzt werden.

    Man könnte also erwägen die Nutzung von Lernplattformen auf Schulrechnern nur mit Genehmigung (positiv Liste) zu gestatten. Das würde allerdings Geld kosten (jemand muss die Liste ja erstellen kontrollieren)


    Ich denke letztendlich wäre es auch Sinnvoll, dass der Datenschutzbeauftragte des Landes NRW das Kultusministerium auf die „rechtliche Bedenken im Blick auf die Datenschutzgesetze“ hinweist. Ich habe im Laufe der letzten zwei Wochen mit vielen Leuten an verschiedenen Stellen gesprochen. Und ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Hilfsbereitschaft, Zeit, Verständnis und entgegenkommen mir Vertreter verschiedenster Behörden für mein Anliegen gaben. Allerdings hilft es wenig, wenn dies als Einzelfall betrachtet wird bzw. die entscheidenden Beamten mit mir als „Einzelfall“ (zu recht) gar nicht reden wollen.

    Am Sinnvollsten (wie von Ihnen angeregt) erscheint mir ein Arbeitskreis aus Vertretern des Kultusministeriums, Datenschutzbeauftragten, Eltern, Lehrer und Anbieter …. Dies kann ich aber nicht imitieren.
    Geändert von Tomkk67 (03.02.2012 um 13:32 Uhr)

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