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Thema: im Schuluntericht erstellte SMS an Freund wurde von diesem in Facebook gestellt

  1. #1
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    Standard im Schuluntericht erstellte SMS an Freund wurde von diesem in Facebook gestellt

    Hallo,
    brauche dringend Hilfe zu folgendem Sachverhalt:

    Mein Sohn hat während des Schulunterrichts am 18.01.12 eine SMS an einen Freund
    geschickt.
    Dieser hat die SMS Mittwochabend bei Facebook gepostet. Ohne Wissen und Einverständnis meines Sohnes. Mein Sohn ist 16 Jahre alt.
    Dieser gepostet Beitrag wurde durch einen Dritten an die Schulleitung gemeldet,
    am Donnerstagnachmittag oder Freitagvormittag.
    Die Schule hat dann am Freitag das Handy meines Sohnes eingezogen und ich soll
    es nun bei der Schulleitung abholen.
    Ebenso hat die Schulleitung den geposteten Beitrag ausgedruckt und will dies nun
    der Schülerakte beifügen und diverse Strafen, bezüglich der Tatsache, dass eine SMS im Unterricht geschrieben wurde und aufgrund des Inhaltes der SMS, aussprechen.

    Ist dies gerechtfertigt?
    Darf im Nachhinein bestraft werden?
    Wie verhält es sich mit dem Datenschutz die SMS betreffend?

    Danke für rasche Hilfe, da ich zum Elterngespräch in die Schule muss.

    Gruß!

  2. #2
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    Standard

    Ja mei ... ich hab keine Kids und muss daher fragen, ob Händy im Unterricht
    verboten ist nach Schulordnung oder wie das heute heißt (nehme an: klar).
    Und wenn die Schule davon Kenntniss hat auf legalem Weg (offenbar) ...

    Zum Inhalt sagst Du ja nix: war der so krass, dass DAS relevant ist? Sprich!

    Ansonsten halt ganz normal: Mist gebaut und eins auf den Deckel bekommen,
    also hoffentlich dazugelernt - was ist daran tragisch?

    Sorry für die Stammtischmeinung, vermutlich versteh ich das Problem nicht.

    Wobei ich nicht verstehe, wieso ein 16jähriger sein Handy rausrückt.

  3. #3
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    Standard

    Zitat Zitat von nylamard Beitrag anzeigen
    Ist dies gerechtfertigt?
    Nun, das hängt von der Art und der "Schwere" der Verfehlung ab und vom Ermessen der Schulleitung. Formal kann man sich an der hessischen Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses orientieren. Dort steht im § 64 Verfahren bei Pädagogischen Maßnahmen:
    (1) Bei allen pädagogischen Maßnahmen ist der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu
    beachten.

    (2) Zu den pädagogischen Maßnahmen gehören neben den Maßnahmen nach § 82 Abs. 2
    Satz 2 des Hessischen Schulgesetzes insbesondere das Gespräch mit der Schülerin oder
    dem Schüler mit dem Ziel, eine Veränderung des Verhaltens zu erreichen, die Ermahnung,
    Gruppengespräche mit Schülerinnen und Schülern und Eltern, die formlose mündliche
    oder schriftliche Missbilligung des Fehlverhaltens, die Beauftragung mit Aufgaben, die
    geeignet sind, die Schülerin oder den Schüler das Fehlverhalten erkennen zu lassen,
    Nachholen schuldhaft versäumten Unterrichts nach vorheriger Benachrichtigung der
    Eltern und die zeitweise Wegnahme von Gegenständen, die den Unterricht oder die
    Ordnung der Schule stören oder stören können.

    (3) Weggenommene Gegenstände sind in der Regel am Ende des Unterrichtstags
    zurückzugeben. Die Rückgabe kann bei Minderjährigen auch über die Eltern erfolgen.
    Gegenstände, die eine besondere Gefährdung bedeuten, dürfen nur über die Eltern
    zurückgegeben werden.

    (4) Die pädagogische Maßnahme der schriftlichen Missbilligung des Fehlverhaltens einer
    Schülerin oder eines Schülers ist in Durchschrift zu den Schülerakten zu nehmen. Sie ist
    spätestens am Ende des der Missbilligung folgenden Schuljahres aus der Schülerakte zu
    entfernen, sofern nicht während dieser Zeit eine erneute schriftliche Missbilligung
    ausgesprochen oder eine Ordnungsmaßnahme getroffen wurde.

    (5) Gegen pädagogische Maßnahmen kann von den Eltern, bei Volljährigen von diesen,
    formlos Beschwerde erhoben werden. Über die Beschwerde entscheidet die Schulleiterin
    oder der Schulleiter. Bei Maßnahmen der Schulleiterin oder des Schulleiters entscheidet
    das zuständige Staatliche Schulamt.

    Darf im Nachhinein bestraft werden?
    Gegenfrage: Sollte im Voraus bestraft werden?


    Wie verhält es sich mit dem Datenschutz die SMS betreffend?
    Hm, die Veröffentlichung einer E-Mail, stellt nach der Rechtsprechung grundsätzlich eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts dar. Es wäre zu vermuten, dass dies auch auf eine SMS zutreffen könnte. Wäre also eine zivilrechtliche Sache gegen den Facebook-Poster.


    Man könnte natürlich etwas spitzfindig Hinterfragen, woher man wissen will, dass der weitergegebene Inhalt der vermeintlichen SMS tatsächlich von Deinem Sohn kommt. Oder vielleicht wurde der Inhalt bei der Weitergabe "gepusht", aus welchen Gründen auch immer. Klar wäre für mich, dass die Schule nicht einfach in dem eingezogenen Handy nachschauen darf. Ich verstehe und kenne das Bedürfnis die eigenen Kinder zu schützen - auch über Grenzen hinweg, die man sonst selber ziehen würde. Wir kennen hier den Inhalt der Nachricht nicht, aber es lässt sich rauslesen, dass es offensichtlich nicht ganz substanzlos gegenüber der Schule war. Ich neige daher auch zu der Einschätzung von haderner: "Mist gebaut und eins auf den Deckel bekommen, also hoffentlich dazugelernt ..." Wenn man also z. B. in einem klärenden Gespräch mit dem Sohn feststellt, dass da doch viel dran ist, könnte es taktisch durchaus klüger sein, professionelle Betroffenheit gegenüber der Schule zu zeigen.

    jela

  4. #4
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    Standard

    Hallo nylamard,

    es gibt schon auch rechtliche Aspekte.

    Hat denn die Schulleitung das Handy ausgelesen, wenn ja im welchem Umfang? Fragen Sie, auf welcher Rechtsgrundlage. Welche Daten hat sie jetzt in ihrem Besitz? Sie/Ihr Sohn hat Anspruch auf entsprechende Auskunft. Ich sehe auf Anhieb keine Rechtsgrundlage, aber bin kein Schulrechtsexperte. Das Fernmeldegeheimnis ist nicht betroffen, aber das Persönlichkeitsrecht und der Datenschutz. Was allerdings bei facebook steht, darf auch die Schule verwenden, wenn es sie betrifft.

    Was unternimmt denn die Schule gegen den postenden Mitschüler? Sie/Ihr Sohn haben da ein Recht auf Schadensersatz/Schmerzensgeld und Unterlassung, vgl. oben Jela.

    Alles steht natürlich etwas unter dem Vorbehalt, dass wir den Plot nicht kennen. Schöne Schulaufgabe: Daraus ein Drehbuch für den Tatort zu machen. Oder Aufsatz: "Handy, Datenschutz und Fernmeldegeheimnis - wofür braucht man das?"
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  5. #5
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    Standard

    Zusätzlich würde ich schnellstens versuchen das Posting aus Facebook zu bekommen, bevor es virale Züge annimmt. Am besten mit dem Freund sprechen, dass er den Beitrag löscht.

  6. #6
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    Standard

    Ohh das hört sich nicht gut an.
    Da es ein etwas älterer Beitrag ist würde ich dennoch gern wissen, wie es ausgegangen ist.

    Ich hoffe gut!
    Nehmt das Leben nicht zu ernst, ihr kommt eh nicht lebend raus!

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