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Thema: Uni mauert

  1. #1
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    Standard Uni mauert

    Hallo,

    eine Hochschule testete Küchen und Kantinen, deren "Gewinner" in einer Positivliste namentlich gelistet wurden.
    Da kein Treffer aus meiner Region dabei habe, habe ich nachgefragt, ob auch in meiner Region getestet wurde. Eine Auskunft wurde mit Hinweis auf Datenschutz verweigert. Wohlgemerkt: Ich wollte weder einen Namen noch einen der ca. 120 Orte und Städte innerhalb der Region wissen. Es ging mir lediglich um die Frage, ob überhaupt innerhalb der Region getestet wurde.

    Ich gebe zu, daß ich mich darüber richtig aufgeregt habe, möchte aber sachlich bleiben und frage: Was ist/wäre an der gewünschten Antwort schützenswert?


    Beste Grüße

  2. #2
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    Äh, auch wenn Dir die Antwort nicht schmeckt: die Begründung ist zwar falsch,
    aber wenn sie nicht wollen, dann ist es korrekt. Frag doch dazu einfach nochmal
    freundlich nach "klar, aber bitte ... Danke für die Info, Grüße"

  3. #3
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    Sorry, meinst Du mit "Begründung" die Ablehnung bzw. das Verstecken hinter der Allzweckwaffe Datenschutz? Und eine Auskunftsverweigerung ist korrekt??


    Ich habe übrigens bereits ebenso freundlich wie vergeblich nachgefragt.
    Die Sachbearbeiterin nahm Rücksprache mit dem Prof. und richtete mir danach die Ablehnung aus.

    Es bleibt diesbezüglich bei meiner Uneinsichtigkeit. Es kann einfach nicht sein, daß eine von der Allgemeinheit finanzierten Studie Auskünfte verweigert, die in keinster Weise schützenswerte Daten berühren. Es fehlte nur noch, wenn man sich wegen der Ablehnung auf die Freiheit von Forschung und Lehre beziehen würde...

    Beste Grüße

  4. #4
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    Hallo Patientum,

    allein die Aussage 'Es ging mir lediglich um die Frage, ob überhaupt innerhalb der Region getestet wurde' wird nicht reichen, selbst wenn es sich um eine von der Allgemeinheit finanzierte Studie handeln sollte. Es müsste geklärt werden, ob die Studie überhaupt dazu gedacht war, veröffentlicht oder auf Anfrage an Privatpersonen ausgehändigt zu werden.

    Die Frage lautet daher nicht: 'Was ist/wäre an der gewünschten Antwort schützenswert?', sondern Sie müssten eine Rechtsgrundlage nennen, die die Uni verpflichtet, Ihnen die gewünschten Auskünfte zu erteilen und/oder die Studienergebnisse zu veröffentlichen.

    Anmerkung: Ob es sich bei den Studien-Ergebnissen (= Positiv-Ranking von Kantinen und Küchen) überhaupt um personenbezogene Daten handelt, bliebe abzuwarten. Falls nicht, käme das BDSG als Grundlage nicht in Betracht.

  5. #5
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    Zitat Zitat von bdsb Beitrag anzeigen
    [...]sondern Sie müssten eine Rechtsgrundlage nennen, die die Uni verpflichtet, Ihnen die gewünschten Auskünfte zu erteilen [...]
    Moin,

    ich glaube darum ging es nur bedingt. Natürlich müsste man, sofern man tatsächlich die Herausgabe von Informationen verlangt, auch belegen, dass man ein Recht darauf hat.

    Hier bin ich aber der Meinung, dass die Uni die Ergebnisse nur einfach nicht nennen wolllte und sich daher hinter dem Deckmäntelchen des Datenschutzes versteckt hat. An der ganz zu anfang genannten allgemeinen Frage gibt es kein schützenswertes Datum.

    Dabei kann es sein, dass in den Daten der Studie selber personenbezogene Daten enthalten sind. In der Regel werden diese aber für das Ergebnis der Studie soweit aggregiert oder anonymisiert, dass kein Personenbezug mehr vorhanden ist.

    Aus meiner Sicht daher vor allem ein "Schade" an die Adresse der Uni, dass es dort für nötig gehalten wird, sich mit dem Argument Datenschutz vor zu viel Transparenz und/oder Arbeit zu drücken.

    Grüße, JD
    "Ich bin nicht dogmatisch, ich bin nur konsequent!"

  6. #6
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    Zitat Zitat von John Doe Beitrag anzeigen
    Moin,

    ich glaube darum ging es nur bedingt. Natürlich müsste man, sofern man tatsächlich die Herausgabe von Informationen verlangt, auch belegen, dass man ein Recht darauf hat.
    ...
    Grüße, JD
    Ebenfalls Moin,

    ob es an der ganz zu anfang genannten allgemeinen Frage kein schützenswertes Datum gibt, lässt sich von hier aus ohne Weiteres nicht beantworten. Wenn die Antwort auf die Frage (ob überhaupt innerhalb der Region getestet wurde) 'Ja' lautet und keine der in der Region befindlichen Küchen und Kantinen im Positiv-Ranking auftaucht, ist dieses Datum schon 'beziehbar'.

    Ob man sich an der Uni hinter dem Deckmäntelchen Datenschutz versteckt oder nicht, kann man vermuten, aber nicht wissen. Vielleicht wurde ja vorher den beteiligten Stellen (= Küchen und Kantinen) Anonymität zugesagt, vielleicht wurde auch vereinbart, die Ergebnisse ausschließlich einem bestimmten Kreis zukommen zu lassen etc.

    Man mag es als schade bezeichnen, aber wenn die Uni nicht willens und bereit ist, diesbezüglich Auskunft zu erteilen, wird man dies wohl leider akzeptieren müssen, sofern keine Rechtsgrundlage für eine Auskunftserteilung besteht.

  7. #7
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    Zunächst vielen Dank für die wohltuend sachlichen Beiträge.

    Ich muss mir ankreiden, vorab ähnlich geheimniskrämerisch agiert zu haben wie die Hochschule: Warum habe ich eigentlich statt diskreter Umschreibung nicht gleich diesen Beitrag genannt?

    Die Hochschule Niederrhein bleibt also eine Antwort auf die Frage schuldig, warum einerseits eine Positivliste veröffentlicht wird, andererseits meine allgemeinst gehaltene Frage unbeantwortet bleibt.

    Wenn im Großraum Aachen Objekte geprüft, aber nicht zertifiziert wurden, muss man m.e. ja nicht gleich alle Küchen der Region negativ einschätzen.
    Warum wurde dann überhaupt ein Ranking veröffentlicht? Wenn ich ähnlich verquer denken würde, wie offenbar seitens der Hochschule, müsste ich bei Kenntnisnahme der Positivliste umgekehrt darauf schließen, daß außer den zwei z.B. für Bochum genannten Stellen alle anderen Bochumer Küchen und Mensen Sauställe sind.

    Generell keine Auskunft zu geben, verstehe ich zwar nicht, könnte es aber als arrogantes Vorgehen zur Kenntnis nehmen. Jedoch meine allgemeinst gehaltene Frage/Nachfrage mit Bezug auf Datenschutz abzubügeln, regt mich nun mal auf und ist nach meinem Rechtsempfinden simpel eine Unverschämtheit.

    Nebenbei: Bei einer anderen Recherche erwies sich eine prominente Unversitätsprofessorin von anderem Kaliber. Sie beschied mir ungefragt, natürlich Auskunft zu geben. Sie würde schließlich als beamtete Mitarbeiterin von der Uni bezahlt und Information - ob an Private oder Presse - würde zu ihrem Aufgabengebiet gehören.

    Beste Grüße

  8. #8
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    "Datenschutz" wurde hier nicht im Sinne des BDSG, sondern im Sinne von (explizit oder implizit) zugesicherter Vertraulichkeit der Angaben bei Teilnahme an einer wissenschaftlichen oder demoskopischen Erhebung verwendet. Insofern durchaus ehrenwert und dem Datenschutz zumindest verbunden.

    Sie haben die Frage zutreffend unter Informationsfreiheit eingestellt. Aber die IFGs gelten nicht für die Unterlagen der Wissenschaft. Vgl IFG Bund

    § 1 Grundsatz

    (1) Jeder hat nach Maßgabe dieses Gesetzes gegenüber den Behörden des Bundes einen Anspruch auf Zugang zu amtlichen Informationen.
    Amtliche Informationen dürften bei den Unis nur die verwaltungbezogenen Sachen sein, nicht die Wissenschaft. Beim Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages hat das das VG Berlin anders gesehen. Aber das folgt aus dessen spezieller Funktion und ist wohl nicht erweiterbar.

    So sieht es auch der BfDI

    Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Bundes. Diese
    Stellen sind aber nur insoweit zur Informationserteilung verpflichtet, wie sie öffentlichrechtliche Verwaltungsaufgaben wahrnehmen.
    Allerdings gehört es zur Wissenschaftethik, die Forschungsergebnisse grundsätzlich zu veröffentlichen und einer wissenschaftlichen Kritik und Überprüfung zugänglich zu machen. Dazu sind auch die Grundlagen, wie Fragebogen, Auswahl der Grundgesamtheit der Befragten u. ä. offenzulegen. An vielen Unis gibt es Ethik-Kommissionen. Dorthin könnten Sie sich wenden.
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

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