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Thema: Menschenschutz vor Datenschutz

  1. #1

    Frage Menschenschutz vor Datenschutz

    Datenschutz ist wichtig. Mir als Gesundheitsminister geht es aber um Menschenschutz.
    österreichische Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ)

    Also manchmal muss man echt den Kopf schütteln.
    http://tvthek.orf.at/programs/1273-Pressestunde
    http://heise.de/-1378967

    Da bin ich doch froh, dass hier in Deutschland zumindest nur über die Gesundheitskarte diskutiert wird. Denn bei mir würde es alles andere aber kein Vertrauen schaffen, wenn bis zu 100.000 Personen Zugriff auf meine Krankenakte haben könnten.

    Rechtlich stelle ich mir das auch schwierig vor. Wenn man EU weit auf Opt-In setzt, kann man schlecht bei medizinischen Daten plötzlich länderspezifisch auf Out-Out setzen

  2. #2
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    Zitat Zitat von Miosga Beitrag anzeigen
    Wenn man EU weit auf Opt-In setzt, kann man schlecht bei medizinischen Daten plötzlich länderspezifisch auf Out-Out setzen
    Moin,

    jau, das ist grober Unfug...

    Ein Punkt möchte ich aber konkret ansprechen. Wer die Karte ausgelesen hat, kann für 28 Tage auf die Akte zugreifen. Dies geht aus meiner Sicht in die falsche Richtung. Will man - dies ist eines der Argumente der Befürworter - Wechselwirkungen von Medikamenten ausschließen, ist derjenige Arzt in der Pflicht, der ein neues verschreibt. Er muss prüfen, ob es Wechselwirkungen zu bereits vom Patienten eingenommenen Wirkstoffen gibt.

    Wozu bedarf es dann aber der Möglichkeit, auch 28 Tage nach Behandlung (=Einsatz der elektronischen Karte) auf die Akte des Patienten zu schauen? Kein Arzt hat die Zeit, Patientenverhalten nach dem Praxisbesuch nachzuverfolgen und vier Wochen seine Augen auf dessen weiteres Verhalten zu richten.

    Sinn macht aus meiner Sicht eher das Gegenteil: ein Zugriff für maximal 28 Tage in die Vergangenheit. Also: bei dem Einsatz der Karte kann der behandelnde Arzt sehen, was in den vergangenen vier Wochen passiert ist. Somit kann er die aktuelle Behandlung an frühere Medikationen anpassen. Nach diesen 28 Tagen muss aber eine Sperrung der Daten erfolgen, die nur bei ausreichender Begründung oder entsprechender Einwilligung des Patienten aufzuheben ist.

    Das wäre dann beides: Menschenschutz und Datenschutz!

    Viele Grüße, JD

  3. #3

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    Zitat Zitat von John Doe Beitrag anzeigen
    Sinn macht aus meiner Sicht eher das Gegenteil: ein Zugriff für maximal 28 Tage in die Vergangenheit.
    die Begrenzung auf 4 Wochen könnte nicht ausreichen. Blutverdünner, Pille oder Medikamente die gegen chronische Leiden sind, werden meist für ein ganzes Quartal verschrieben. Man müsste als in die Akte reinschreiben, von wann bis wann das Medikament einzunehmen ist und bei der Behandlung wird der aktuelle IST Stand abgefragt.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Miosga Beitrag anzeigen
    Man müsste als in die Akte reinschreiben, von wann bis wann das Medikament einzunehmen ist und bei der Behandlung wird der aktuelle IST Stand abgefragt.
    Okay,

    statt einer starren Frist könnte dann ja eine Art "Verfallsdatum" eingetragen sein. Wenn das Medikament für 4 Wochen verschrieben wird, "verschwindet" der Eintrag nach vielleicht 6 Wochen - in Abhängigkeit von möglichen Nachwirkungen. Hier wären die Pharmaunternehmen in der Pflicht, die notwendigen Zeiträume zu definieren.

    VG, JD

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