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Thema: Auskunftspflicht gegenüber Eltern Minderjähriger

  1. #21
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    Hallo Wilma,

    entschuldige, ich habe versehentlich ein anderes pdf-Dokument geöffnet gehabt und gelesen, das auf der selben Webseite zu finden ist.

    http://www.lpk-bw.de/kammer/berufsordnung.pdf
    Bekanntmachung der Neufassung der Berufsordnung der Landespsychotherapeutenkammer
    Baden-Württemberg

    Der Titel deines hochgeladenen pdf-Dokumentes lautet:
    Rechtliche Rahmenbedingungen für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten
    Trotz der Verwechslung bleibe ich bei der folgenden Aussage:

    Psychotherapeuten „behandeln“ Menschen mit psychischen Erkrankungen, darunter auch mit Menschen, die nicht oder eingeschränkt geschäftsfähig sind.

    Die Bildungseinrichtung hat einen anderen, einen bildungs- bzw. berufsintegrativen Auftrag. Die Mitarbeiter kommen aus anderen Fachrichtungen.
    Meine Zusammenfassung zur Berufsordnung gibt auch einen guten Einblick im Hinblick auf die psychotherapeutische Schweige- und Auskunftspflicht und im Hinblick auf das grundsätzliche informationelle Selbstbestimmungsrecht des Patienten (für Jugendliche und Erwachsene)
    Geändert von Datena (18.08.2011 um 10:29 Uhr)

  2. #22
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    Ja, natürlich haben Bildungseinrichtungen einen anderen Auftrag – doch die rechtlichen Grundlagen sind bzgl. des Selbstbestimmungsrechts Jugendlicher größtenteils auch für diese oder ähnliche Einrichtungen/Berufsgruppen anwendbar.
    Insgesamt wäre Datenschutz/Schweigepflicht in psychotherapeutischen Einrichtungen ein Thema für sich.

  3. #23
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    @ Wilma
    Ja, natürlich haben Bildungseinrichtungen einen anderen Auftrag – doch die rechtlichen Grundlagen sind bzgl. des Selbstbestimmungsrechts Jugendlicher größtenteils auch für diese oder ähnliche Einrichtungen/Berufsgruppen anwendbar.
    Einwand:

    Der Auftraggeber der Bildungseinrichtung ist doch in der Regel das JobCenter, aber auch die AfA oder Deutsche Rentenversicherung (Rehabilitation). Da spielt das SGB eine Rolle. Und auch die Kommune hat u. U. mitzureden.
    Es ist doch so, dass der berufsintegrative Bildungsträger mit Kooperationspartnern zusammenarbeitet, die wohl bzw. teilweise mit den JobCentern, der AfA, Rententräger kooperieren. Die Jugendlichen sollen im Bedarfsfall von den Tätigen der Bildungseinrichtung (in der Regel von staatlich anerkannten Sozialpädagogen / Sozialarbeitern) im Rahmen eines "Fallmanagement" lediglich fachspezifisch weitervermittelt werden, z. B. an eine Suchtberatung-, Familienberatung, Schuldnerberatung, an die Mieterberatung eines Wohlfahrtsverbandes etc. und an den sozialpsychiatrischer Dienst.- Dort sitzen natürlich auch Sozialpädagogen, Sozialarbeiter oder auch Psychologen und Psychiater, die - im Gegensatz zu den Sozialpädagogen / Sozialarbeitern in der Bildungseinrichtung - beratend tätig sind. Diese Tatsache beeinflusst das hier errötete Problem (Auskunft an die Eltern, Schweigepflicht, informationelle Selbstbestimmung des Jugendlichen.), das, aus meiner Sicht, längst noch nicht ausreichend geklärt wurde, wenn auch auf mögliche rechtliche und gesetzliche Regelungen hingewiesen wurde.

    Ein nicht gesichertes Halbwissen finde ich persönlich unbefriedigend! Was meinst du dazu?

    P.S.

    Meine folgende Frage wurde noch nicht beantwortet:

    Zitat Wilma:
    Bzgl. der Einsichtsfähigkeit würde ich eher so formulieren, dass geprüft werden muss, ob der Jugendliche Konsequenzen seines Handelns ganz allgemein selbständig überblicken kann
    Zitat Datena:
    Es stellt sich immer noch die Frage, wer zur "Prüfung" ermächtigt ist? Ich denke, der sozialpsychiatrische Dienst bzw. psychologische Dienst (BA?). Nicht Mitarbeiter der Bidlungseinrichtung.
    Geändert von Datena (18.08.2011 um 16:18 Uhr)

  4. #24
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    Der Vollständigkeit halber:

    Die Jugendlichen sollen im Bedarfsfall von den Tätigen der Bildungseinrichtung (in der Regel von staatlich anerkannten Sozialpädagogen / Sozialarbeitern) im Rahmen eines "Fallmanagement" lediglich fachspezifisch weitervermittelt werden, z. B. an eine Suchtberatung-, Familienberatung, Schuldnerberatung, an die Mieterberatung eines Wohlfahrtsverbandes etc. und an den sozialpsychiatrischer Dienst.-
    Mit "weitervermitteln" ist gemeint: Darauf hinzuwirken, dass der Jugendliche im Bedarfsfall - z. B. bei Abhängigkeit von Drogen - sich an eine Drogenberatungsstelle wendet. Der Sozialpädagoge /Sozialarbeiter soll bei Drogenproblemen dem Jugendlichen eine Adresse geben. Der Jugendliche kann das "Angebot" ablehnen und / oder sich selbst eine Suchtberatungsstelle suchen. Er ist nicht verpflichtet, bei Inanspruchnahme einer Drogenberatungsstelle und schon garnicht über die Beratungsinhalte dem Mitarbeiter Auskunft zu geben. Der Sozialpädagoge / Sozialarbeiter der Bildungseinrichtung ist auch nicht befugt, sich mit der Drogenberatungsstelle in Verbindung zu setzen und Daten des Jugendlichen weiterzugeben bzw. sich mit der Suchtberatungsstelle über die Probleme des Jugendlichen auszutauschen. Er kann / muss nur dem Jobcenter eine Mitteilung machen, dass die berufliche Integration gescheitert ist, wenn das Aufsuchen einer Dorgenberatungstelle erforderlich, der Jugendliche Hilfe ablehnt und damit vermittelt, dass er an seiner beruflichen Integration nicht mitwirkt. Der befugte Mitarbeiter (Sozialpädagoge, Sozialarbeiter, Teamleiter) bzw. die Geschäftsführung der Bildungseinrichtung muss das Scheitern jedoch begründen. Das JobCenter kann dann weitere Schritte veranlassen, d.h. sich z. B. an den psychologischen Dienst der BA wenden usw.

    Das Auskunftsrecht der Sozialpädagogen / Sozialarbeiter einer / der Bildungseinrichtung ist erheblich eingeschränkt! Auch gegenüber den Eltern eines über 15jährigen Jugendlichen.

    Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass die folgende Auffassung von jurugu nicht ganz korrekt ist:

    Einige von denen unterliegen ja soweit ich weiß der Schweigepflicht nach §203 StGB (Lehrer, Sozialarbeiterinnen, Psychologen), andere wieder nicht (Erzieher, Diplom-Pädagogen, die Ausbilder).
    Auch staatlich anerkannte Sozialpädagogen unterliegen genauso wie staatlich anerkannten Sozialarbeitern der Schweigepflicht nach §203 StGB!!!

    Pädagogen allerdings nicht. Pädagogen werden in der Regel auch nicht für das "Fallmanagement" eingesetzt! Jurugu, bist du Pädagoge oder staatlich anerkannter Sozialpädagoge?

    Dann noch ein Link zum Thema Schweigepflicht und Datenschutz in medizinischen, psychotherapeutischen und psychosozialen Institutionen

    http://www.schweigepflicht-online.de...infuehrung.htm
    Geändert von Datena (18.08.2011 um 16:22 Uhr)

  5. #25
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    Ist das niemandem aufgefallen?

    Jurugu schrieb in seiner Eingangsfrage
    Hallo zusammen,

    ich arbeite als DSB und Pädagoge bei einem freien Bildungsträger , der Jugendliche ab frühestens 15 Jahren bei der Berufseingliederung unterstützt.
    Wer darf Datenschutzbeauftragter werden? Sicher nicht jemand, der in einem Bereich arbeitet, in dem viele sensible Daten verarbeitet werden.

    Als Pädagoge verarbeitet man viele sensible Daten. In diesem Fall ist es doch nicht zulässig, noch den Job als DSB zu übernehmen! Oder irre ich mich da?

  6. #26
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    Abschließend:
    Für mich ist die zugrunde liegende Frage ausreichend geklärt; ob es das für Jurugu u.a. ist, weiß ich nicht. Würde mich über Resonanz von dort freuen. –
    Es ist unumstritten, dass Jugendlichen ab einem gewissen Alter ein Selbstbestimmungsrecht eingeräumt werden muss; dieses sollte auch respektiert werden, zumal manche Eltern, leider, nicht immer zum Wohl des Kindes agieren, sondern im Gegenteil.
    Wie in bestimmten Einrichtungen mit dieser Thematik umgegangen wird und wer die Reife der Jugendlichen beurteilt, kann z.B. durch eine Richtlinie erarbeitet werden.
    Die Komplexität der rechtlichen Grundlagen macht vielfach Einzelfallentscheidungen notwendig, insofern können vielfach keine pauschalen Aussagen getroffen werden. –
    Übrigens: Ich nutze dieses Forum u.a., um zu bestimmten Problematiken Denkanstöße, Hilfestellungen etc. zu erhalten. Oder zu geben. Wahrscheinlich geht es den meistern andern ebenso; soll heißen, ich muss auch noch meine Arbeit erledigen und habe nicht die Zeit, hier komplexe Thematiken in aller Ausführlichkeit zu behandeln. Konkret: Wenn ich ein datenschutzrechtliches Problem habe, erhalte ich hier Input, daraufhin habe ich Möglichkeiten in der Hand, selbst weiter zu recherchieren, soweit notwendig. -
    DSB: Kritisch wird es , wenn EDV-Leitungen oder in der GF angesiedelte Mitarbeiter auch die Aufgaben eines DSB erfüllen wegen möglicher Interessenskonfilkte. Die Verarbeitung sensibler Daten als Interessenskonflikt? Denke nicht.

  7. #27
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    @ Wilma

    Danke für deine Antwort.
    Muss jetzt auch arbeiten und mich sputen.

  8. #28
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    Es geht hier um die Frage, ob ein Pädagoge gleichzeitig (im selben Unternehmen) als DSB und Pädagoge arbeiten darf. Ich habe mir die Mühe gemacht, recherchiert und die folgende nette aufklärende Broschüre - Hile - Ich soll Datenschutzbeauftragter werden - Was muss ich können und wissen - gefunden. Dort heisst es:

    Zitat aus S. 4: "Ein Geschäftsführer darf nicht Datenschutzbeauftragter seines Unternehmens sein. Unpassende Kandidaten sind außerdem Mitarbeiter – und insbesondere Führungskräfte – aus der Personalabteilung, der IT-Abteilung, Marketing und Vertrieb (eingefügt von mir: Wissen wir)

    und aus den Bereichen, in denen besonders viele und sehr sensible Daten verarbeitet werden. (eingefügt von mir: Wissen die Antwortenden scheints noch nicht. Ich habe es vermutet. Ist eigentlich logisch!)

    In diesen Bereichen können Interessenskonflikte entstehen, da hier das Potenzial für nicht ordnungsgemäßen Umgang mit personenbezogenen Daten relativ hoch ist und der DSB sich bzw. seine Abteilung und seine/n Vorgesetzten selbst kontrollieren müßte."

    Die Aufklärungsbroschüre hat 40 Seiten und nette Karikaturen, für jeden verständlich, einzusehen und kostenlos zu haben unter:
    http://www.datakontext.de/portal/dkp...kostenlpdf.pdf

    (Seite kann im Augenblilck nicht aufgerufen werden wegen "Zeitüberschreitung". Also später nochmals versuchen.)
    Geändert von Datena (19.08.2011 um 17:36 Uhr)

  9. #29
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    Hallo zusammen,

    war ein paar Tage nicht am Computer und habe daher erst jetzt die Möglichkeit zu antworten.

    @Wilma:
    Ja, ich habe das Gefühl, dass meine Ausgangsfrage ausreichend beantwortet ist. Das hatte ich schon letzte Woche.

    @Datena:
    Es tut mir Leid, aber ich muss hier jetzt mal ein paar deutliche Worte loswerden:
    Ich fühle mich durch deine besserwisserischen Beiträge gegängelt und bevormundet. Und ich empfinde es als eine Frechheit, was du hier so vom Stapel lässt. Zuerst habe ich ja nur die Augen gerollt, aber inzwischen bin ich richtig sauer.
    Selbstverständlich ist mir z.B. klar, dass ich hier im Forum keine rechtlich verbindlichen Antworten bekomme, aber ich halte es genauso wie Wilma, dass ich mir hier Denkanstöße holen kann. Darauf muss ich von dir nicht hingewiesen werden.
    Und ob ich nun staatlich anerkannter Sozialpädagoge bin oder nicht ist völlig nebensächlich, denn wie ich ja schon geschrieben habe, haben wir die verschiedensten Professionen bei uns, eben auch solche, die eindeutig nicht in den Personenkreis des §203 StGB fallen. Es geht also nicht nur um mich.
    Und den Gipfel finde ich es, hier an meiner Zuverlässigkeit als DSB zu zweifeln. Auch ich habe die von dir genannte Broschüre gelesen und ich habe auch noch weitere Literatur gelesen, die davon spricht, dass es nur dann zu einem Konflikt kommt, wenn der DSB sich in einem nennenswerten Umfang selbst kontrollieren müsste (z.B. Ehmann/Schonschek: Prozessorientierte Datenschutz-Praxis). Da meine Hauptaufgabe die Durchführung von Unterricht ist, sehe ich da keine Konflikte. Aber diese Frage war auch nicht Thema dieses Diskussionsstrangs und muss deshalb hier auch nicht verfolgt werden.
    So, und da auch ich noch andere Aufgaben habe (z.B. eine Datenschutz-Schulung für meine Kollegen vorzubereiten), melde ich mich jetzt hiermit ab.

  10. #30
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    @ Jurugu
    Danke für die klare Rückmeldung.

    Ich fühle mich durch deine besserwisserischen Beiträge gegängelt und bevormundet.
    Es tut mir leid, wenn die Nutzung dieses Forums mitunter solche Nebenwirkungen hat.

    Für die meisten Datenschützer hat Datenschutz auch was mit Respekt vor der Person zu tun. Taktvolles Verhalten gehört gewissermaßen zum Berufsethos und gilt auch, wenn man anonym unterwegs ist. Seien wir darüber froh !
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

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