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Thema: Zustellung von Gehaltsmitteilungen

  1. #1
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    Beitrag Zustellung von Gehaltsmitteilungen

    Hallo an das Forum,

    meine erste Frage lautet: Ist der Arbeitgeber rechtlich verpflichtet seinen Mitarbeitern bei einer bargeldlosen Gehaltszahlung die Gehaltsmitteilung schriftlich auszuhändigen?

    Wir hätten bei uns die Möglichkeit, dass jeder Mitarbeiter durch seinen individuellen SAP-Zugang zum sog. ESS-System die Gehaltsmitteilung selbst einsehen und ausdrucken kann.

    Status: Die Gehaltsmitteilungen werden zentral gedruckt, in verschlossenen Briefumschlägen an die Sekretariate verteilt und von dort in offenen, personenbezogenen Regalfächern verteilt. Das hat schon mehrfach für Unmut gesorgt, weil auf diese Weise quasi jeder, der an diesen Fächern vorbeikommt, zugreifen kann. Auch externes Personal - wie z.B. Reinigungskräfte.
    Es kann durchaus auch mal vorkommen, dass die Fächer länger nicht vom Mitarbeiter geleert werden und nur bei Urlaub oder längerer Krankheit dann an seine Heimatanschrift geschickt wird.

    Ich habe dem HR-Bereich die dringende Empfehlung gegeben, die Gehaltsmitteilungen durch die zuständigen Abteilungsleiter direkt/persönlich übergeben zu lassen, was aber leider noch nicht auf breite Akzeptanz gestoßen ist.

    Gibt es ein "stärkeres Geschütz", um auch den Datenschutz und die gebotene Vertraulichkeit im Umgang mit solchen sensiblen Daten zur Umsetzung einer direkten "Zustellung" oder "Selbstentnahme" zu forcieren?

  2. #2
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    Gehaltsabrechnungen sind ja vertraulich und ein Legen in Fächer zu denen jeder Zugang haben könnte sehe ich nicht mehr als sehr vertraulich an. Eine Abmahnung würde die Geschäftsleitung ja auch nicht einfach in das offene Postfach legen. Was sagt denn der Betriebsrat dazu? In verschiedenen Unternehmen die ich kenne wird die Gehaltsabrechnung bei Mitarbeitern die krank oder in Urlaub sind automatisch an die Anschrift als Brief geschickt und bei den anderen mit der persönlichen Hauspost an den Arbeitsplatz verteilt oder in ein geschlossenes Postfach des Mitarbeiters, aber nicht in ein offenes Postfach, um genau eben diese Vertraulichkeit auch zu wahren.
    Sicher ist nur eines, dass nichts sicher ist.

  3. #3
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    Das §§-Geschütz wäre § 9 BDSG und die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers (Schaden abwenden, Risiken für Rechte vermeiden).
    Ulrich Dammann
    Moderator - Administrator

  4. #4
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    Guck mal:
    http://www.lanline.de/fachartikel/lo...zustellen.html

    Eine saubere Lösung, die aber ebenfalls Gegner findet. Angefangen von der "Zumuntung", dafür eine E-Mailadresse unterhalten zu müssen ("wer trägt die Kosten dafür"?) bis hin zu den Besorgten, dass sich Grüne Männchen des Datenverkehrs bemächtigen könnten.

    Es in vielen Fällen arbeitsvertraglich festgelegt, dass der Mitarbeiter Stillschweigen über sein Gehalt bewahren muss. Daher wird wohl auch der Arbeitgeber mitwirken an einer "sicheren" Zustellung. Ein offenes Postfach, das zur Selbstbedienung einlädt, ist jedenfalls ungeeignet. Da kann man gleich das Schwarze Brett für den Aushang nutzen - übrigens ebenfalls nicht ganz unüblich in jenen Fällen, in denen Gruppenakkord herrscht (vowiegend in der Textilindustrie) oder scharfer Vertreter-Wettbewerb.

  5. #5
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    Hallo mountjb

    Zitat Zitat von mountjb Beitrag anzeigen
    Wir hätten bei uns die Möglichkeit, dass jeder Mitarbeiter durch seinen individuellen SAP-Zugang zum sog. ESS-System die Gehaltsmitteilung selbst einsehen und ausdrucken kann?
    Bei uns haben wir das schon seit über einem Jahr in Betrieb. Man sollte sich nur darum kümmern, dass die Mitarbeiter ihre Gehaltszettel auch sicher ausdrucken können. D.h. z.B. PIN-gesicherter Ausdruck zum Netzwerkdrucker und verschüssselte Verbindung dorthin (falls kein lokaler Drucker verfügbar ist).
    Gruß DSB0815

  6. #6
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    Hallo DSB0815 und den anderen "Aktivisten" hier im Forum,

    da nicht jeder Mitarbeiter einen lokalen Drucker in seinem Büro sein eigen nennen kann, werde ich diese PIN-Lösung bei den Netzwerkdruckern prüfen. Guter Tipp!

    Den BR hatte ich auch schon eingeschaltet, aber leider noch keine Resonanz von dort bekommen. Ich werde zudem mit dem HR Bereich ein intensiveres Gespräch führen und neben dem § 9 BDSG auch auf mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen hinweisen, sollten einmal Gehaltsmitteilungen von Mitarbeitern in der Öffentlichkeit landen.
    Der verschlossene, nicht einsehbare Briefumschlag mit der Gehaltmitteilung, jedoch verteilt in offen zugänglichen Regalfächern, erfüllt nicht den erforderlichen Schutz.

    Danke nochmals und bis bald!

  7. #7
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    Hallo zusammen,
    zum Thema "Verschicken von Gehaltsabrechnungen" habe ich auch ein Problem. Bisher geschieht dies postalisch in den geschwärzten, später aufzureißenden Formularen. Bisher datenschutzrechtlich alles ok. Nun will die Buchhaltung aber aus diversen Gründen (Kosten Arbeitserleichterung etc) die Gehaltsabrechnung zwar weiter postalisch verschicken, aber nicht mehr in diesen geschwärzten aufzureißenden Formularenn. Sie sollen auf Kopierten Papier so gefaltet werden, dass sie nicht aus Versehen gelesen werden können. Bei Ihr im Büro können von den verschiedenen Bereichen die KollegInnen weitere Infos den jeweiligen Gehalts- Briefen durch Einlegen hinzufügen. Argument der Geschäftsleitung zum Datenschutz: schließlich versendet das Finanzamt seine Lohnsteuerbescheide auch ohne geschwärzt eingeschweißte Formulare, sodass jeder, der den Briefumschlag öffnet, sofort alles lesen kann.
    Gruß marmadz

  8. #8
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    Verstehe ich nicht: kann man doch einfach so mit in den Umschlag für den Versand eintüten und spart sich auch die ansonsten fällige Arbeit (die ich dann auch eher bei der Perso sehen würde)

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