Die Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Telekommunikation – Ihre Datenschutzrechte im Überblick

Telefonieren aus dem Festnetz, surfen mit dem Handy oder E-Mails schreiben am Laptop – unabhängig von der Art der elektronischen Kommunikation ist eines gewiss: Es kommt eine Vielzahl von sensiblen und geheimhaltungsbedürftigen Daten zusammen.

Bestands- und Verkehrsdaten

Dazu gehören neben Ihren persönlichen Vertragsdaten (so genannte Bestandsdaten) vor allem die Verkehrsdaten, die während der Nutzung des Telekommunikationsdienstes anfallen. Sie geben Auskunft darüber, wie lange Sie zum Beispiel telefoniert haben oder wo Sie sich befanden, als Sie eine SMS verschickt haben.

Die sensiblen Verkehrsdaten unterliegen dem Schutz des Fernmeldegeheimnisses.

Grundsätzlich muss Ihr Anbieter diese Daten nach Beendigung der Kommunikation sofort löschen. Er darf sie nur speichern, soweit er sie für bestimmte, gesetzlich festgelegte Zwecke (zum Beispiel zur Abrechnung) benötigt.


Vertragsschluss

Generell gilt: Der Anbieter darf Sie nur nach solchen Daten fragen, die für den Vertragsschluss erforderlich sind.

Vor Vertragsschluss werden Sie in der Regel nach Ihrem Namen, dem Geburtsdatum, der Adresse und den Kontoverbindungsdaten gefragt. Zur Überprüfung dieser Daten darf der Anbieter eine Kopie Ihres Personalausweises anfertigen. Diese ist unverzüglich nach Abgleich der Bestandsdaten vom Anbieter zu vernichten.

Bei telefonischen Vertragsschlüssen werden die erforderlichen Daten in einer Gesprächsaufzeichnung dokumentiert. Ihr Anbieter muss Sie vor Ihrer Einwilligung in diese Aufzeichnung auf Zweck und Dauer des Gesprächsmitschnittes hinweisen.

Bonitätsabfrage

Häufig wird bei Vertragsschluss eine Bonitätsprüfung, dass heißt eine Prüfung Ihrer Kreditwürdigkeit, durchgeführt. Hierzu werden Ihre Daten an Auskunfteien übermittelt.

Im Fall eines schriftlichen Vertrages muss eine entsprechende Klausel auf dem Vertragsformular deutlich lesbar (zum Beispiel durch Fettdruck hervorgehoben) sein und vor der Unterschriftenzeile stehen. Sie müssen ihr ausdrücklich zustimmen (zum Beispiel durch Ankreuzen).

Bei Vertragsschluss am Telefon dokumentiert der Call-Center-Mitarbeiter Ihre Zustimmung beispielsweise durch Gesprächsaufzeichnung.

Eine Bonitätsprüfung findet in der Regel nicht statt, wenn Sie sich zum Beispiel für ein Prepaid-Angebot entscheiden. Hier muss der Anbieter schließlich nicht in Vorleistung treten.


Telefonbuch und Auskunft

Sie entscheiden selbst, ob Sie im Telefonbuch stehen möchten oder nicht.

Wollen Sie eingetragen werden, können Sie bestimmen, welche Angaben veröffentlicht werden: Nur der Name mit Rufnummer oder auch Ihre Anschrift, gar die Berufsbezeichnung?

Bitte beachten Sie dabei, dass Ihre Daten in der Regel auch in Telefonbüchern im Internet veröffentlicht werden.

Bei der elektronischen oder telefonischen Auskunft werden mit Ihrem Einverständnis grundsätzlich die Daten herausgegeben, die im Telefonbuch stehen.

Bei der Inverssuche kann anhand der Rufnummer Ihr Name und, sofern eingetragen, Ihre Adresse erfragt werden. Auf diese Möglichkeit müssen Sie von Ihrem Anbieter hingewiesen werden. Der Inverssuche können Sie widersprechen.

Rechnung und Einzelverbindungsnachweis

Zur Berechnung des Entgelts darf Ihr Anbieter die erforderlichen Verkehrsdaten bis zu sechs Monate nach Rechnungsversand speichern.

Wenn Sie Ihre Rechnung besser nachvollziehen wollen, können Sie Ihren Anbieter bitten, dass er Ihnen jede entgeltpflichtige Verbindung in einem Einzelverbindungsnachweis kostenlos auflistet.

Sie können wählen, ob Ihnen die entgeltrelevanten Rufnummern vollständig oder unter Kürzung der letzten drei Ziffern im Einzelverbindungsnachweis mitgeteilt werden.


Auskunftsrecht

Wollen Sie wissen, welche personenbezogenen Daten Ihr Anbieter über Sie gespeichert hat, woher diese stammen und an wen die Daten gegebenenfalls weitergegeben wurden?

Unter Berufung auf § 34 Bundesdatenschutzgesetz können Sie Ihren Anbieter um entsprechende Auskunft bitten.

Ihre Anfrage ist dann unverzüglich, schriftlich und unentgeltlich durch den Anbieter zu beantworten.


Werbung

Ob klassische Werbepost, Anrufe und Faxe, SMS oder E-Mail – Ihr Anbieter darf Sie in der Regel nur bewerben, wenn Sie zugestimmt haben.

Die Zustimmung zur Nutzung Ihrer Bestands- und Verkehrsdaten zu Werbe- und Marktforschungszwecken wird häufig bei Abschluss des Vertrags erteilt.

Die Einwilligung kann jederzeit beim Anbieter widerrufen werden.


Fragen oder Probleme?

Wenn Sie Fragen oder Probleme zum Umgang mit Ihren Daten haben oder sich über Ihren Anbieter beschweren möchten, gibt es folgende Möglichkeiten.

Bitte kontaktieren Sie zunächst die oder den Datenschutzbeauftragten Ihres Telekommunikationsanbieters. Die Kontaktdaten können Sie beim Kundenservice Ihres Anbieters erfragen.

Sollten sich im Anschluss daran weitere Fragen ergeben, können Sie sich gerne auch an die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit wenden.