Die Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Facebook, Twitter und Co.: Datenschutz in Sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke (Social Media) stellen heute eine vielfach genutzte Möglichkeit dar, private und berufliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben oder auch um Kurzmittteilungen über aktuelle Themen auszutauschen. Neben diesen positiven Aspekten der sozialen Netzwerke sollten sich jedoch die Nutzer/innen auch über mögliche datenschutzrechtliche Risiken bewusst sein.

Wer aktiv ein soziales Netzwerk im Internet nutzen möchte, muss sich dort zunächst registrieren. Nach deutschem Recht (§ 13 Abs. 6 Telemediengesetz) hat der Anbieter jedoch die Möglichkeit einer anonymen Nutzung oder einer Nutzung unter Pseudonym ("Nickname") bereitzustellen. Die Einhaltung dieser Vorgabe hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Bei einigen Plattformen scheint allerdings eine Nutzung unter einem Pseudonym nicht sinnvoll, z.B. dann, wenn berufliche Kontakte gepflegt werden sollen.
Nach der Registrierung kann das Mitglied nun z.B. Angaben zu seiner Person, zu Hobbys und Interessen, Beruf, Freundeskreis etc. einstellen und so veröffentlichen. Soziale Netzwerke bieten komfortable Möglichkeiten, sich zu aktuellen Themen, speziellen Hobbys oder Vorlieben auszutauschen, oder auch, um Verabredungen zu treffen. Als derzeit weltweit größtes soziales Netzwerk gilt Facebook. Daneben haben sich aber auch andere Angebote wie Google+ und XING etabliert. Neben diesen klassischen Netzwerken werden auch sogenannte „Mikroblogging-Portale“ wie Twitter zu den Social Media gerechnet, da sie zur Verbreitung von Kurznachrichten im Telegrammstil genutzt werden.

Soziale Netzwerke und Datenschutz:

Bei der Nutzung sollte sich jeder bewusst sein, welche Konsequenzen die Preisgabe von persönlichen Informationen über sich selbst oder über andere Menschen im Internet haben kann. Diese Informationen sind weltweit abrufbar und es ist fast unmöglich, einmal ins Netz gestellte Informationen (Meinungsäußerungen, Bilder, Angaben zum Freizeitverhalten, ...) wieder restlos zu entfernen. Wenn die Einträge mit dem realen Namen verknüpft sind, können diese einfach per Suchmaschine, auch Plattform übergreifend, aufgespürt werden. Finden sich z.B. über eine Person, die sich auf eine Arbeitsstelle bewirbt, Angaben über eine ausgeübte Risikosportart oder über gesundheitliche Probleme in einem sozialen Netzwerk oder an anderer Stelle im Internet, könnte sich der potentielle Arbeitgeber vorab hierüber ohne großen Aufwand informieren, was nachteilig für den Betroffenen sein könnte. Neben Angaben zur eigenen Person ist aber auch die Verbreitung von Informationen über andere Personen bedenklich, da auch hier Persönlichkeitsrechte verletzt werden können.

Der Schutz der eigenen Privatsphäre bei der Nutzung von sozialen Netzwerken kann zwar durch entsprechende Einstellungen des eigenen Accounts sichergestellt oder zumindest verbessert werden, dies ist aber abhängig von der genutzten Plattform. Aus datenschutzrechtlicher Sicht sollte man sich immer mit der Preisgabe von persönlichen Informationen über sich selbst oder auch über andere Personen zurückhalten.

Datenschutzaufsicht und Zuständigkeiten bei sozialen Netzwerken:

Die Datenschutzaufsicht für Internetangebote deutscher Anbieter liegt, mit Ausnahme der Internetangebote von Bundesbehörden, bei den Aufsichtsbehörden der Länder für den nicht-öffentlichen Bereich, d.h. die private Wirtschaft. Dabei richtet sich die Zuständigkeit nach dem Sitz des Unternehmens (Bundesland). Wenn Sie Unterstützung bei der Durchsetzung Ihrer Datenschutzrechte benötigen, können Sie sich an die zuständige Landesbehörde wenden. Dazu entnehmen Sie bitte dem Impressum des Unternehmens das Bundesland, in dem es ansässig ist.

Soziale Netzwerke, die von ausländischen Firmen ohne eigene Niederlassung in Deutschland betrieben werden (etwa Facebook, Google+), unterliegen nicht der Zuständigkeit der deutschen Aufsichtsbehörden. Facebook als US-amerikanisches Unternehmen betreibt in Irland seine Daten verarbeitende Stelle, um den europäischen Markt zu bedienen. Somit liegt die Datenschutzaufsicht für den europäischen Raum beim irischen Datenschutzbeauftragten. Im Falle von Datenschutzverstößen haben Sie die Möglichkeit, sich direkt dorthin zu wenden. Ergänzende Informationen zu Facebook finden Sie auch auf der Website des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Auch wenn die BfDI bei sozialen Netzwerken keine direkte Datenschutzaufsicht hat, setzt sie sich natürlich für die Einhaltung des Datenschutzes bei allen Internetangeboten ein. Nähere Informationen hierzu gibt Ihnen ein Beschluss des sog. Düsseldorfer Kreises (ein Arbeitsgremium der Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder für den nicht-öffentlichen Bereich) vom 8.12.2011. Den Link finden Sie unten in der Anlage.

Weitere Informationen zu Sicherheitsrisiken bei Nutzung von sozialen Netzwerken finden Sie auf der Bürgerseite des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI für Bürger):

Wurde Ihr Account gehackt, werden Sie dort belästigt oder möchten Sie sich über Schutzmaßnahmen informieren, finden Sie hier hilfreiche Informationen:

Nützliche Informationen direkt zu Facebook finden Sie auf der Website des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit:

Beschluss des Düsseldorfer-Kreises zu sozialen Netzwerken

Eine Auflistung der Kontaktdaten der Aufsichtsbehörden finden Sie hier: