Die Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Transparente Software - eine Voraussetzung für datenschutzfreundliche Technologien

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder setzen sich seit geraumer Zeit für die Nutzung datenschutzfreundlicher Technologien ein. Ein viel versprechender Ansatz für Transparenz als eine Form datenschutzfreundlicher Technologien stellt die Verwendung von Open-Source-Software dar.

Der Begriff „Open Source“ steht für offenen Quelltext von Programmen. Die uneingeschränkte Veröffentlichung der Quelltexte ist ein entscheidendes Merkmal dieser Software. Insbesondere Fachleuten nützt diese Form der Transparenz, weil sie dadurch prüfen können, ob ein Programm tatsächlich die angegebenen Funktionen realisiert und darüber hinaus keine Programmteile enthält, die unerwartete und meist unerwünschte Funktionen ausführen oder die spätere Endringmöglichkeiten in das System eröffnen. Open-Source-Software erleichtert außerdem eine schnelle, bedarfsgerechte Anpassung oder Weiterentwicklung der Software.

Ein ergänzender Ansatz, ohne den auch das Open-Source-Modell kein berechtigtes Vertrauen erzeugen könnte, stellt die Evaluierung und Zertifizierung von Software durch unabhängige Fachleute dar. Dabei müssen die Quellen nicht allgemein offen gelegt, aber einem eingeschränkten Kreis von Spezialisten preisgegeben werden. Auch dieses Verfahren garantiert den Anwendern ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit, und ermöglicht im Sinne einer transparenten Verarbeitung (personenbezogener Daten) eine hinreichend verlässliche Einschätzung datenschutzrelevanter Programmfunktionen.

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder fordern Hersteller von Informations- und Kommunikationstechnik auf, Software so zu entwickeln, dass Anwender oder unabhängige Dritte sich jederzeit von der Wirksamkeit von Sicherheitsvorkehrungen der Software überzeugen können