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Nachrichtendienstliches Informationssystem (NADIS)

Das Nachrichtendienstliche Informationssystem (NADIS) ist ein automatisiertes Datenverbundsystem, an dem alle Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder im automatisierten Verfahren beteiligt sind.

In seiner ursprünglichen Gestaltung war NADIS eine beim Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) geführte sogenannte „Hinweisdatei“ gemeinsam von den Verfassungsschutzbehörden des Bundes und der Länder zum Zwecke der gegenseitigen Unterrichtung. Diese Datei diente zunächst nur dem Auffinden von Akten und der Identifizierung von Personen im Rahmen der Aufgabenerfüllung des Verfassungsschutzverbundes.. Weitergehende Informationen als beispielsweise die Aktenzeichen der bei der aktenführenden Stelle vorhandenen Aktenbestände und personenbezogene Grunddaten zur Identifikation der Betroffenen wie zum Beispiel Name, Anschrift, Geburtsdatum etc. waren bis auf eng begrenzte Ausnahmefälle aus NADIS nicht ersichtlich.  
Durch das Gesetz zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Bereich des Verfassungsschutzes vom 17. November 2015 wurde die rechtliche Grundlage geschaffen, damit dieses Datensystem zu einem umfassenden Wissensnetz ausgebaut werden konnte. § 6 Bundesverfassungsschutzgesetzes (BVerfSchG)  regelt in der novellierten Fassung, dass sich die Landesbehörden für Verfassungsschutz und das Bundesamt für Verfassungsschutz unverzüglich die für ihre Aufgaben relevanten Informationen, einschließlich der Erkenntnisse ihrer Auswertungen übermitteln. Das dafür genutzte IT‑System, das zunächst unter der Bezeichnung NADIS Wissensnetzwerk (NADIS WN) eingeführt wurde, bedeutet einen radikalen Systemwechsel hin zu einem Informationspool, in den jeder Verbundpartner möglichst viele Daten zu relevanten Personen und Organisationen speichert. Diese Informationen können von den anderen Verbundteilnehmern unter Anwendung eines abgestuften Zugriffsrechtekonzepts unmittelbar eingesehen und automatisiert, zum Beispiel durch eine Volltextrecherche, ausgewertet werden. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ist der Betreiber der zentralen Datenbank, die Landesämter für Verfassungsschutz (LfV) nutzen das System NADIS weiterhin im Rahmen ihrer jeweiligen landesgesetzlichen  Grundlage eigenverantwortlich.  Die bundesweite Inbetriebnahme erfolgte bereits 2012. In NADIS können mit dem aktuellen Ausbaustand sehr unterschiedliche, mit nachrichtendienstlichen Mitteln gewonnene oder offen recherchierte Erkenntnisse und Informationen abgelegt und miteinander verknüpft werden.

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