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Mikrozensus

Die Grundidee des Mikrozensus ist es, durch Befragung einer kleinen, repräsentativen Stichprobe der Bevölkerung nach mathematisch-statistischen Verfahren ein annähernd wirklichkeitsgetreues Abbild der Bevölkerung, des Arbeitsmarktes sowie der Wohnsituation der Haushalte darzustellen.

Die Ergebnisse bilden eine Grundlage für politische Entscheidungen, z.B. im Bereich der Arbeits-, Sozial-, Familien-, Gesundheits- oder Bildungspolitik. Sie finden ferner Eingang in Regierungsberichte, in das Jahresgutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und stehen Wissenschaft und Forschung zur Verfügung.

Das Mikrozensusgesetz 2005 (MZG 2005) ist wie seine Vorgänger zeitlich befristet und gilt bis zum Jahr 2016, um den Erhebungsbedarf überprüfen und das Gesetz gegebenenfalls anpassen zu können. Im Unterschied zum Mikrozensusgesetz 1996 werden nicht mehr sämtliche Einzelfragen (Erhebungsmerkmale) im Gesetz selbst geregelt. Stattdessen erfolgt eine Beschränkung auf Fragenkomplexe, aus denen dann die konkreten Fragen entwickelt und im Wege einer Rechtsverordnung gesetzlich festgelegt werden können. So kann z.B. das im MZG 2005 formulierte Merkmal „Art, Anlass und Dauer der Arbeitssuche“ zu mehreren Fragen führen: Einerseits nach dem Grund (z.B. Entlassung, eigene Kündigung und freiwillige Unterbrechung) und andererseits nach der Tätigkeit (z.B. selbständig, angestellt und voll- oder teilzeitbeschäftigt). Wichtig ist dabei, dass die gewählten Umschreibungen dem Gebot der Normenklarheit entsprechen, d.h. dass die Fragenkomplexe hinreichend deutlich Inhalt und Umfang der Erhebungsmerkmale bestimmen. Die Umstellung wurde gewählt, um eine größere Flexibilität für statistische Erhebungen zu erreichen, indem neue Fragestellungen einbezogen oder andere nuanciert werden können, ohne das Gesetz selbst ändern zu müssen.

Für einen Großteil der erfragten Daten besteht eine Auskunftspflicht. Die generelle Auskunftspflicht der Befragten ist erforderlich, da – bei einer Stichprobengröße von 1 % der Bevölkerung – die Datenbasis zu gering ist, um Ausfälle durch eine möglicherweise sehr niedrige Beantwortungsquote auffangen zu können.