Die Beauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit

Warndateien im Wohnungswesen

Vor dem Abschluss eines Mietvertrags holen Vermieter oder Makler mittlerweile fast standardmäßig Bonitätsinformationen über potentielle Mieter bei Auskunfteien ein oder verlangen von den Mietinteressenten, bei Auskunfteien eine Selbstauskunft einzuholen und ihnen vorzulegen.

Das berechtigte Interesse der Vermieter, sich vor Mietausfällen zu schützen, darf allerdings nicht zu einem gläsernen Mietinteressenten führen.
Die Beschaffung von Wohnraum ist von existentieller Bedeutung. Sie ist nicht damit zu vergleichen, nur noch gegen Nachnahme beim Versandhandel bestellen zu können oder keinen Handyvertrag zu bekommen. Zahlungsausfälle aus anderen Lebensbereichen lassen, wenn sie geringfügig und einmalig auftreten, nicht den zwingenden Schluss zu, dass der Betroffene auch bei der Mietzahlung säumig wird.

Die Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder halten daher Bonitätsauskünfte über Mietinteressenten nur unter eingeschränkten Bedingungen für zulässig.

Beschluss des Düsseldorfer Kreises vom 22. Oktober 2009: Bonitätsauskünfte über Mietinteressenten nur eingeschränkt zulässig