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Krankenhausentlassberichte

Häufig verlangen die Krankenkassen von Krankenhäusern zur Prüfung der Notwendigkeit des Behandlungsumfangs und der Behandlungsdauer die Übersendung des vollständigen Krankenhausentlassungsberichts, von Arztbriefen oder ärztlichen Gutachten.

es ist im Vordergrund eine Ärztin mit einem Tablet in der Hand und im Hintergrund eine Person die eine andere Person im Rollstuhl schiebt abgebildet
Quelle: Adobe Stock

Die Krankenhäuser sehen sich durch diese nachdrücklichen Forderungen der Krankenkassen häufig unter Druck gesetzt, da diese die Kostenübernahme der jeweiligen Behandlung von der Übersendung der sensiblen Daten abhängig machen. Kommen die Krankenhäuser der Aufforderung nach, begeben sie sich in die Gefahr, sich einer Verletzung der Schweigepflicht schuldig zu machen, da die Berichte medizinische Daten enthalten, die dem Arztgeheimnis unterliegen. Eine die Datenübermittlung legitimierende gesetzliche Befugnis existiert nicht. § 301 SGB V legt nämlich spezialgesetzlich den Umfang der an die Krankenkassen zu übermittelnden Daten abschließend fest. Dies sind vor allem:

  • die Angaben der elektronischen Gesundheitskarte und das krankenhausinterne Kennzeichen des Versicherten,
  • der Tag, die Uhrzeit und der Grund der stationären Aufnahme sowie die Einweisungsdiagnose und gegebenenfalls nachfolgende Diagnosen (verschlüsselt), die voraussichtliche Dauer der Krankenhausbehandlung sowie, falls diese überschritten wird, auf Verlangen der Krankenkasse die medizinische Begründung,
  • Datum und Art der durchgeführten Operationen und sonstigen Prozeduren,
  • der Tag, die Uhrzeit und der Grund der Entlassung oder Verlegung und die für die Behandlung maßgeblichen Haupt- und Nebendiagnosen (verschlüsselt),
  • Angaben über die im Krankenhaus durchgeführten Leistungen zur medizinischen Rehabilitation sowie Aussagen zur Arbeitsfähigkeit und Vorschläge für die Art der der weiteren Behandlung mit Angabe geeigneter Einrichtungen.

Eine über den Katalog des § 301 SGB V hinausgehende Datenübermittlung ist unzulässig. Diese Daten (z. B. Entlassungsbericht) dürfen ausschließlich dem MDK zur Verfügung gestellt werden.